20.09.2020 14:05 |

Nahversorger im Ort

Gemeinde Gallizien kämpft um Ortskern

Die Frage nach einem Nahversorger im oder außerhalb des Ortskerns spaltet die kleine Unterkärntner Gemeinde. Während die einen Angst haben, „Durchfahrtsort“ zu werden, hoffen andere auf ein wirtschaftliches Plus durch einen großen Markt auf der grünen Wiese, der auch zu mehr Ansiedlungen führen soll.

Noch hat die kleine Gemeinde einen Nahversorger; einen privat geführten Sparmarkt, der seit Jahren zum „Inventar“ des Ortszentrums gehört. Wie berichtet, wird der Markt aber nach Pensionierung nicht mehr weitergeführt werden.

In der Gemeinde sucht man deswegen bereits jetzt nach einer Lösung in Sachen Nahversorgung. Seit 2018 läuft die Projektentwicklung für die Zukunft - Bürgerbeteiligung inklusive.

Bürger wünschen sich lebendigen Ortskern
„Ein Nahversorger und der Umbau des Gemeindeamts steht ganz oben auf der Wunschliste“, weiß Bürgermeister Hannes Mak. Immerhin habe man die ärztliche Versorgung gesichert.

Eine Jungärztin teilt sich aktuell die Praxis mit der bestehenden Medizinerin. Mak: „Die Idee war, wenn das Amt umgebaut wird, Platz für Arzt, Friseur und Nahversorger zu schaffen.“ Nun liegen mehrere Konzepte vor, die außerdem einen Begegnungsort für den Ort schaffen könnten. Auch der Pfarrhof und der Pfarrstadl sollen in das Projekt integriert werden.

Der Platz im Zentrum ist aber beschränkt, die Ansprüche der Wirtschaft nur schwer zu erfüllen. Den Ausbau müsste außerdem die Gemeinde zahlen. Mak: „Wir rechnen mit mehreren Millionen Euro.“ Spar, MPreis und Nah&Frisch prüfen die Möglichkeiten.

Billa baut nur auf der „grünen Wiese“
Seit Monaten liegt aber auch ein Angebot für einen 600 Quadratmeter großen Billa-Neubau am Ortsrand vor. Den würde der Konzern auch selbst bezahlen.

Das spaltet die Gemeinde: Die einen wollen – aus wirtschaftlichen Gründen – lieber ein größeres Geschäft am Ortsrand; die anderen haben Angst, dass der Ortskern ohne Markt vollkommen ausstirbt. Eine neu gegründete, überparteiliche Bürgerinitiative setzt sich für die Ortskern-Variante ein.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 27. Oktober 2020
Wetter Symbol