16.09.2020 16:22 |

„Operation Aderlass“

140 Fälle: Arzt als Chef von Doping-Netz angeklagt

Doping in 140 Fällen wirft der Staatsanwalt in München dem Arzt Mark S. (43) vor. 23 Sportler aus acht Nationen sollen, laut Anklage, Kunden gewesen sein, viele von ihnen, vor allem Langläufer und Radrennfahrer, stammten aus Österreich. Bei einer Razzia bei der nordischen WM in Seefeld 2019 flog das Netzwerk auf.

Die Enthüllungen des österreichischen Langläufers Johannes Dürr in einer ARD-Dokumentation Anfang 2019 brachten die Ermittlungen ins Rollen. Die Razzia bei der WM im Rahmen der „Operation Aderlass“ war die logische Folge. Einer der Sportler wurde von den Fahndern sogar beim Eigenblutdoping auf frischer Tat ertappt.

Im Zentrum des Netzwerkes soll der Arzt Mark S. gestanden sein, der seit Februar 2019 in U-Haft sitzt. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm Sportbetrug vor. Er soll durch das Doping mindestens 175.000 Euro verdient haben. Es drohen zehn Jahre Haft.

Seit Jahren in Dopingsumpf verstrickt?
Laut Anklage soll Mark S. schon seit Jahren tief in den Dopingsumpf verstrickt gewesen sein. Er arbeitete 2006 bei einem deutschen Radteam, das dann in einen Dopingskandal verwickelt war. Der Mediziner bestritt jeden Zusammenhang. Laut Anklage soll er Sportlern leistungssteigernde Mittel verabreicht haben, die bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder an der Tour de France teilgenommen haben.

Einige seiner Kunden wurden bereits bei Prozessen in Innsbruck zu großteils bedingten Strafen verurteilt. Das Verfahren in München ist für 26 Tage anberaumt.

Einer der Sportler stellte ihm jedenfalls ein gutes Zeugnis aus: „Er hat mich weder unter Druck gesetzt noch finanziell ausgenommen. Menschlich war er fair bis ins Letzte. Es war eine Abmachung, bei der jeder wusste, worauf er sich einlässt.“

Peter Grotter, Kronen Zeitung

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