05.08.2020 06:00 |

Steirer-Start-up

Künstliche Intelligenz: Die Zukunft der Arbeit?

Wird künstliche Intelligenz menschliche Arbeitskraft ersetzen? Nein, sagen die Gründer des steirischen Unternehmens Leftshift One.

Das Büro des Grazer Start-ups Leftshift One am Innovationspark sieht genau so aus, wie man sich ein Start-up vorstellt: ein großzügiger Pausenraum mit Playstation, eine begrünte Wand, lustige Sprüche als Deko. Die meisten Mitarbeiter sind um die 30 Jahre alt und arbeiten 30 Stunden – „Work-Life-Balance“ ist das Credo der Stunde.

Zwischen den vielen Arbeitsplätzen im Großraumbüro hängt ein Bild von Arnold Schwarzenegger. „Wir haben einen Rechner nach ihm benannt, weil er so stark ist“, erzählt Chef Patrick Ratheiser. Der 37-Jährige und Christian Weber (29) haben das Start-up 2017 gegründet.

Ihr Produkt: Ein Betriebssystem (sie beschreiben es als „Baukasten“) für künstliche Intelligenzen (KI). Darauf laufen dann einzelne „Skills“, etwa ein Texterkennungssystem, das Informationen aus E-Mails auswertet. So müssen beispielsweise Reisebüros nicht jedes einzelne E-Mail lesen, sondern bekommen die Infos aufbereitet.

Zwischen November 2019 und jetzt hat Leftshift One 20 neue Jobs geschaffen und beschäftigt rund 30 Mitarbeiter – trotz Corona. Im September steht die Expansion nach München an.

Bewerbungen ohne Diskriminierung
Was das Unternehmen von den rund 200 ihrer Art in Österreich abhebt? „Für uns sind Ethik und KI vereinbar“, sagt Weber. Auch der Schutz von Daten ist extrem wichtig. „Die Datenhoheit liegt – anders als bei den großen Tech-Konzernen – immer beim Kunden“, erklärt Ratheiser.

Ein Leuchtturm-Projekt von Leftshift One ist der diskriminierungsfreie Bewerbungsprozess. Dieser „Skill“ bewertet Bewerber nicht nach Alter, Geschlecht oder Namen – sondern nur nach Fähigkeiten. „Die Personalabteilung bekommt die Daten dann diskriminierungsfrei präsentiert“, sagt Ratheiser. „So gibt es mehr Chancengleichheit.“

Wichtig dabei: Computer treffen keine Entscheidungen – die liegen zuletzt immer beim Menschen.

Wenn Menschen Computer unterrichten
Werden in Zukunft Roboter die Menschen ersetzen? „Das glauben wir nicht. Künstliche Intelligenz kann wiederholende Tätigkeiten, die für Menschen nicht spannend sind. Sie schafft Zeit für wichtigere Dinge“, meint Ratheiser. Viel eher wird es neue Arbeitsplätze geben, weil ein Mensch immer noch genau kontrollieren muss – und er geht noch weiter: „Facharbeiter mit viel Erfahrung können einem Computer Dinge beibringen. So kann man Wissen erhalten.“

Einige Stellen werden aber immer den Menschen vorenthalten bleiben. „Jobs, die Empathie und Kreativität brauchen, kann ich nicht ersetzen“, ist Weber überzeugt. Und Ratheiser setzt nach: „Eine KI ist nicht moralisch, sondern sucht die effizientesten Lösungen. Unsere Aufgabe ist es, empathisch zu sein.“

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