01.08.2020 07:00 |

Festspiel-Bühne

380-kV-Protest vor dem großen Fest

Die 380-kV-Freileitungsgegner nutzen die Aufmerksamkeit der Festspiele als Bühne für die Proteste. Heute werden sie dreimal in den Festspielbezirk ziehen um ihren Forderungen nach einem Baustopp Nachdruck zu verleihen. Dieses Mal nicht wie üblich mit viel Lärm, sondern in Festspielkleidung und mit Kunstelementen.

Gleich drei Protestzüge stehen heute am Programm: Um 11 Uhr marschiert der Demonstrationszug von der Staatsbrücke bis in die Hofstallgasse, pünktlich zur Eröffnung der Festspiele. „Wir machen auf uns aufmerksam mit einer Klang-Installation, die akustisch das Knistern der Hochspannungsleitung wiedergibt“, so Fairkabeln-Obmann und Organisator Franz Fuchsberger. Das gleiche Schauspiel wiederholt sich zwischen 16 und 17 Uhr zur Premiere der Oper „Elektra“. Am Abend wird das Stück für das Publikum geändert: Ab 20 Uhr führt der Protest zum Residenzplatz, über den die Festspielgäste zum „Jedermann“ spazieren.

Der Zuspruch für die Freileitungsgegner in den vergangenen Monaten war und ist enorm. Alleine der neugegründete Verein Fairkabeln hat fast 10.000 Unterstützer. Daher wird es wie angekündigt einen „Marsch auf Wien“ geben. Am 14. August versammeln sich die Erdkabel-Befürworter am Ballhausplatz. Gerade in dieser Woche haben sie von Bundesministerin Leonore Gewessler (Grüne) keine guten Nachrichten erhalten. Wie berichtet, ist für sie das Projekt Freileitung erledigt. „Ich bin enttäuscht. Gerade für die Grünen in unserer Bewegung ist das am schwersten. Offenbar haben die Grünen da eine Position, die sich auf einen veralteten Stand der Technik bezieht“, sagt Fuchsberger. Er wittert mit der erstmaligen Stellungnahme eines Regierungsmitglieds auch eine „Angriffsfläche“: „Offenbar haben wir sie mit unseren Protesten aus der Reserve gelockt“, so Fuchsberger.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
Felix Roittner
Felix Roittner
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