23.07.2020 09:00 |

Steirische Literatur

Start in eine neue Ära für die „manuskripte“

Heute wird das letzte „manuskripte“-Heft präsentiert, an dem der steirische Literatur-Doyen Alfred Kolleritsch noch aktiv mitgearbeitet hat. Sein Nachfolger Andreas Unterweger tritt zwar in große Fußstapfen, möchte aber dennoch seinen eigenen Weg gehen: Für das kommende Jahr plant er einen Relaunch.

„Ich kann den Schutzmantel, den Fredy um mich gelegt hat, immer noch spüren“, sagt Andreas Unterweger. Es ist ein großes Erbe, das er als Nachfolger von Alfred Kolleritsch antritt. Aber er fühlt sich gut vorbereitet: „Fredy hat den Übergang gut in die Wege geleitet, indem er mich schon 2016 als gleichberechtigten Partner geholt hat und ich in meine neue Aufgabe hineinwachsen konnte. Er hat sich dann zwar immer mehr zurückgezogen, aber sein Segen war trotzdem bis zum Schluss ein wichtiger Wegweiser für unsere Arbeit.“

Das letzte Heft abgesegnet
An seinem letzten Tag im Büro der „manuskripte“ im Grazer Palais Attems hat Kolleritsch das neue Heft, das heute im Forum Stadtpark präsentiert wird, noch abgesegnet. Von nun an sitzt Unterweger ohne seinen Mentor am Steuer einer der bedeutendsten Literaturzeitschriften des deutschsprachigen Raums - aber er sitzt dort nicht allein.

„Auch der Weg der größten Fußstapfen endet irgendwann, und man kann nicht in ihnen weitergehen, sondern muss sich den eigenen Weg suchen“, sagt Silvana Cimenti. Seit einigen Wochen verstärkt die Autorin und Literaturwissenschaftlerin das kleine, aber feine „manuskripte“-Team.

„Wir sind ein Selektionsmedium“
Die Aufgabe einer Literaturzeitschrift sehen die beiden heute „nicht so viel anders“ wie im Jahr 1960: „Wir sind ein Selektionsmedium, das für die Leser Texte auswählt“, so Unterweger. Und an der Bedeutung dieser Selektion hat sich in Zeiten der literarischen Selbstvermarktung im Internet nichts geändert. „In einer namhaften Literaturzeitung zu publizieren ist immer noch was anderes, als einen Text auf einer Homepage zu posten“, so Cimenti.

Der größte Unterschied zu früher mag überraschen: „Wir haben heute ungleich mehr Einsendungen. Es gibt viel mehr Schreibende, die literarische Ambitionen haben“, weiß „manuskripte“-Mitarbeiterin Helga Höhn. Der Stoff für weitere Hefte wird also nicht ausgehen.

Vorerst gilt es, das Alfred Kolleritschs Erbe aufzuarbeiten: Das Herbstheft wird komplett ihm gewidmet sein, danach ist noch ein Heft und eine Sonderausgabe mit Essays über 60 Jahre „manuskripte“ geplant.

Relaunch im Jahr 2021
Im nächsten Jahr soll es einen Relaunch geben. „Wir wollen das Wesen erhalten, aber trotzdem Anpassungen vornehmen, damit das Heft moderner wird“, so Unterweger. So will er etwa die Gestaltung strukturierter gestalten, die bildende Kunst stärker integrieren. Und er möchte die Autorenschaft weiter verjüngen: Mit den „manuskripten“ sind zwar zahlreiche bedeutende Namen verbunden, die „immer ihren Platz bei uns haben werden“, so Unterweger. Aber: „Ich möchte den Schwerpunkt auf die jungen Autoren legen und denen einen Platz geben.“ Im neuen Heft etwa sind es drei Autorinnen und ein Autor, die ihr Debüt feiern.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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