18.06.2020 06:00 |

Opfer auch in Salzburg

Narkosemittel Propofol trat ins Gewebe aus

Das Narkosemittel Propofol hat auch in Salzburg seine Opfer: Die Patientin Gabriele Felber erlebt seit einer Behandlung in der Ordination eines bekannten Mediziners einen zermürbenden Kampf. Sie klagte noch in der Praxis über Schmerzen im Arm.

Es war der 2. November 2015: Die Salzburger Friseurin kam in die Ordination zur Magen-Darmspiegelung. Ihr wurde dafür von dem Mediziner das Dämmermittel Propofol gespritzt. Sechs Stiche sollen für den Venen-Zugang notwendig gewesen sein. Sie klagte noch während der Behandlung über starke Schmerzen im Arm. Es kam zu einem Austritt ins umliegende Gewebe, in der Fachsprache „Propofol Paravasat“ genannt. „Es hat gebrannt wie Feuer“, schildert sie. Der Mediziner soll darauf nicht reagiert haben. Arbeiten kann sie heute nur noch mit einer Armschiene.

Gewebe ist zerstört, der Arm schwächer. Es waren unzählige Spitalsbesuche und Therapien notwendig. Ein Verfahren läuft seither. Hat der Mediziner nach den Regeln der ärztlichen Kunst gehandelt? War die Aufklärung ausreichend? Der Einsatz von Propofol bei Magen-Darm-Spiegelungen wird in der Fachwelt immer wieder intensiv diskutiert. Anwältin Manuela Kollnberger, die die Salzburgerin vertritt, ging nach dem Urteil in erster Instanz erfolgreich in die Berufung.

Zwei verschiedene Gutachter wurden schon beauftragt. Erklärungsversuche, dass Schwächen im Arm auch mit der Wirbelsäule zu tun hätten, sollen bei einem weiteren Verhandlungstermin im August vor den Richter kommen. Es geht um 17.000 Euro Streitwert.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
Antonio Lovric
Antonio Lovric
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