23.05.2020 09:00 |

24-Stunden-Betreuung

Vor der Arbeit zuerst einen Abstecher ins Kloster

Nach langem Hin und Her können nun 24-Stunden-Betreuerinnen wieder einreisen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind umfangreich. Betroffene bezeichnen den „Tiroler Weg“ als tragfähige Lösung für alle Beteiligten.

Freitag, 7 Uhr, Stift Fiecht in Vomp. Hier sind genau vor einem Jahr die Benediktiner ausgezogen und nach St. Georgenberg übersiedelt. Seit Freitag ist das Stift Zwischenstation für 24-Stunden-Betreuerinnen aus Rumänien. Wie berichtet, konnte nach langem Hin und Her endlich eine für Tirol tragfähige Lösung für die Einreise der Frauen gefunden werden. 1300 Tiroler Familien sind auf ihre Hilfe angewiesen. Das System drohte zu kippen, weil in Tirol für diese Arbeit keine Ersatzkräfte zu finden waren.

Nun dürfen die Betreuerinnen in Bussen direkt nach Tirol kommen. In Vomp werden sie auf das Virus getestet, bevor sie zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Im Fall eines positiven Tests bleiben die Frauen in Quarantäne. „Um einen möglichst lückenlosen Infektionsschutz zu gewährleisten, stellen wir eine zweite Testung nach fünf Tagen in Tirol sicher“, informiert Pflege-LR Bernhard Tilg. Schließlich arbeiten die Frauen bei alten und kranken Menschen, also der absoluten Risikogruppe.

Drohender Kollaps des Systems abgewendet
„Die Unterstützung des Landes ist einmalig und hilft den Familien ungemein“, ist Christian Kröll erleichtert. Der Zillertaler betreibt die Vermittlungsagentur „Einfach daheim“. Gemeinsam mit Kollegen hat er auf den drohenden Kollaps aufmerksam gemacht. Jetzt steht Kröll gemeinsam mit Martin Hechenbichler aus Kufstein (Curatio GmbH) und Christian Schönherr aus Biberwier (LWL24) vor dem Stift und begrüßt die Betreuerinnen. Viele von ihnen arbeiten seit Jahren in Tirol.

„Mein Job hier ist für meine Familie wichtig. Daheim gibt es kaum Arbeit und wenn, dann sehr schlecht bezahlte“, erklärt Inge Tudose, warum sie den weiten und jetzt besonders umständlichen Weg auf sich nimmt. Die Rumänin wird mehrmals getestet und muss - wenn sie wieder nach Hause fährt - 14 Tage in Quarantäne. „Das gehört jetzt halt zu meinem Job“, sagt sie. „Sicherheit geht vor.“

Informationen bei der Landes-Sozialabteilung
40 Betreuerinnen kamen am Freitag an. Weitere sollen folgen. In Stift Fiecht erhalten sie auch eine Grundausstattung von Schutzmaterial. Außerdem wird eine Schulung zu den Hygienevorschriften in Österreich angeboten. Auch für privat organisierte 24-Stunden-Betreuerinnen übernimmt das Land die Durchführung von Testungen sowie die Ausgabe von Schutzausrüstung. Familien können sich laut Land bei der Sozialabteilung melden.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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