18.05.2020 23:24 |

Bei Drachenwand

Wanderer stürzte 40 Meter ab: „Er war sofort tot“

Ein Wanderer aus Indonesien mit Wohnsitz in München ist am Sonntagnachmittag tödlich auf der Drachenwand im Salzkammergut verunglückt. Sein Begleiter gab sofort den Einsatzkräften Bescheid. Doch für den Indonesier kam jede Hilfe zu spät. Die Bergrettung konnte nur mehr bei der Bergung des Leichnams helfen.

Der in München lebende Indonesier (40) reiste am Wochenende mit dem Zug nach Österreich an und traf sich mit einem Freund aus Malaysia in Oberösterreich (34) zum Wandern. Die beiden brachen am Sonntag gegen 10 Uhr zur Drachenwand an der Salzburger-Grenze auf. Am Rückweg vom Gipfel im Bereich der Saugräben rutschte der Indonesier aus, stürzte 40 Meter in die Tiefe und fiel erneut über eine 15 Meter hohe Kante. Sofort schlug sein Begleiter Alarm und schrie um Hilfe. Währendessen versuchten zwei weitere Wanderer, zu Hilfe zu eilen. Die Bergrettung Mondseerland aus St. Lorenz machte sich gegen 14.30 Uhr auf den Weg. „Er war sofort tot. Ein Polizeihubschrauber hat die Leiche daraufhin mit einem 30 Meter langen Tau geborgen“, schildert der Ortsstellenleiter Andreas Widlroither.

Die Landespolizeidirektion Oberösterreich verweist auf die Lockerung der Grenzkontrollen. „Es wird nur mehr stichprobenartig kontrolliert“, wie eine Sprecherin mitteilt. Auch Hans Wolfgruber von der Salzburger Polizei betont: „Natürlich kann es dadurch passieren, dass jemand unerlaubt die Grenze übertritt. Die bestehenden Regelungen gelten aber weiterhin.“

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Es war dennoch sofort klar, dass der Indonesier tot sein muss.

Bergretter Andreas Widlroither


Bergretter Andreas Widlroither aus St. Lorenz am Mondsee spricht im Interview mit der „Krone“ über das Unglück bei der Drachenwand und die Folgen der Krise für die Bergrettung. Gerade jetzt dürften Wanderer nicht übermütig werden, meint Widlroither.

„Krone“: Herr Widlroither, die Krise flaut derzeit ein wenig ab welche Tipps haben Sie derzeit für Wanderer?
Andreas Widlroither: Natürlich sollte man sich nicht überschätzen. Wir raten dazu Touren anzutreten, die ausschließlich dem jeweiligen Können entsprechen. 

Warum konkret?
Der Aufwand für die Desinfektion der Ausrüstung nach Einsätzen ist enorm. Wir rücken noch immer mit Maske und Schutzausrüstung zu Einsätzen aus. Das ist sehr fordernd.

Wie waren die beiden Wanderer am Sonntag ausgerüstet?
Grundsätzlich gut. Sie haben Bergschuhe getragen. Es war dennoch sofort klar, dass der Indonesier tot sein muss.

Die Absturzstelle ist also kritisch?
Ja, an dieser Stelle ist schon oft etwas passiert.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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