15.05.2020 07:30 |

„Psychisches Problem“

Verliebter Schulbus-Lenker verfolgte Mädchen (14)

Ausgerechnet der 42-jährige Lenker eines Schulbusses verliebte sich in eine erst 14-jährige Steirerin. Mehrere Monate lang lebte sie in Angst, denn er überhäufte sie mit Liebes-Nachrichten und Geschenken. Wegen Stalkings stand er am Donnerstag in Graz vor Gericht.

„Wir waren uns sympathisch. Sie hat mir ein Küsschen geschickt und mich intensiv angesehen“, ist der Busfahrer, der täglich etwa 80 Kinder zwischen drei und 18 Jahren zum Kindergarten und zur Schule fährt, überzeugt. Um seine Liebe zu beweisen, schenkte er dem Mädchen Zuckerl und einen Schutzengel. Später schrieb er ihr auch noch online zahlreiche Nachrichten.

Schülerin hatte Angst
„Ich hab mich unwohl gefühlt und wollte gar nicht mehr mit dem Bus fahren. Meine Eltern haben mich dann zur Schule gebracht“, erzählt die eingeschüchterte 14-Jährige am Donnerstag Richterin Barbara Schwarz. „Das Busunternehmen hat die Brisanz dieser Sache aber leider nicht erkannt“, kritisiert Privatbeteiligtenvertreter Gunther Ledolter. Denn auch heute noch arbeitet der Mann dort, fährt aber zumindest eine andere Route.

Verrückte Interpretationen
Obwohl sie ihm kein einziges Mal zurückschrieb, bildete sich der gelernte Fitnesstrainer immer wieder ein, das Mädchen wäre an ihm interessiert. Ein Beispiel seiner verrückten Vorstellungen: Seine eigene Mutter überraschte ihn mit einem Kuchen. Tags zuvor hatte er die Mama der Schülerin aber beim Eierkaufen gesehen. Daraus schlussfolgerte er, dass es wohl die 14-Jährige gewesen sein musste, die ihm die Süßigkeit gebacken hatte, seine Mutter sei nur die Überbringerin gewesen. Zudem war er überzeugt, dass beide Elternteile bereits Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedeten!

Zitat Icon

Sie haben ein psychisches Problem, das muss behandelt werden!

Staatsanwältin Gertraud Pichler

„Sie haben ein psychisches Problem, das muss behandelt werden. Und Sie haben sich ihr nie wieder zu nähern“, forderte Staatsanwältin Gertraud Pichler.

Psychotherapie als Weisung
Das nicht rechtskräftige Urteil: vier Monate bedingte Haft inklusive Kontaktverbot und der Weisung, sich einer Psychotherapie zu unterziehen. „Wenn das die Experten sagen, werde ich das machen“, verspricht der Angeklagte.

Monika Krisper
Monika Krisper
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