07.05.2020 09:00 |

Stimmung ist gut

Baubranche will verlorene „Corona-Zeit“ aufholen

In der aktuellen Krise ist die Baubranche eine der ersten, die schon wieder Boden unter die Füße bekommen hat. Das zeigt eine aktuelle Imad-Umfrage. Die Auftragslage sei gut, man könne wieder Leute einstellen, so die guten Nachrichten der Tiroler Bauwirtschaft. Jetzt gelte es, die verlorenen zwei Monate wieder aufzuholen.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Bauwirtschaft aus? Dieser Frage ging am Mittwoch ein hochkarätig besetztes Gremium in der Wirtschaftskammer auf den Grund. „Die Stimmung ist überraschend gut“, erklärten Innungsmeister Baugewerbe Anton Rieder, Manfred Lechner (Bauindustrie) und Baudirektor Robert Müller.

Grundlage ist eine Imad-Befragung unter 180 Mitgliedern. „30 Prozent sagen: Ja, wir überstehen die Krise ganz sicher. 60% sagen, dass sie sie eher schon überstehen werden und 13% sagen, eher nicht. Wobei ich nicht glaube, dass es am Ende 13% sein werden, sondern weniger“, sagte Rieder.

Klares Bild bei Umfrage
16 Prozent der Befragten gaben an, 50% an Umsätzen verloren zu haben, 42% waren bzw. sind von Widerrufen bei den Vergabeverfahren stark oder sehr stark betroffen. Kurzarbeit hat in etwa die Hälfte angemeldet, 16% haben sich von Mitarbeitern getrennt.

Verzögerte Verfahren
Ein Problem seien hingegen die verzögerten Verfahren. 62% seien davon betroffen. Wir fordern jetzt rasche Verfahren. Die Behörden sollten auf die Sommerpause verzichten. Und auch die Behördenwege digital abwickeln, davon sind wir meilenweit entfernt.“

Eine weitere Forderung sei die Stärkung der Gemeinden als Auftraggeber. „Alles, was Sinn macht, soll gebaut werden.“ An konkreten Projekten nennt Lechner den Kraftwerksausbau Kühtai, die Luegbrücke, den MCI-Neubau, die Pistensanierung Flughafen, den Fernpasstunnel oder auch Verkehrsentflechtung Fügen-Süd. Durch Anreize solle auch privates Kapital aktiviert werden, etwa durch Gebäudesanierungen. „Hier müssten wir den Anteil von derzeit ein auf drei Prozent erhöhen, um die Klimaziele erreichen zu können.“ Asfinag und ÖBB bauen wie immer, auch die BBT-Baustelle läuft wieder.

„Weichen jetzt stellen“
Fazit der Experten: „Wir sind in den nächsten Wochen und Monaten gut ausgelastet, könnten sogar zusätzlich Personal einstellen. Mit dem Jahreswechsel wird sich das Bild aber ändern. Deshalb ist es wichtig, jetzt die Dinge vorzubereiten.“

Positiv sei auch, dass es viele Tourismusbetriebe gibt, die ihren eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und weiter investieren. Auch das trage viel zur Auslastung am Bau bei.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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