06.05.2020 17:01 |

Nach Rekordjahr

Jufa-Hotels rechnen mit kräftigem Minus im Sommer

Die Corona-Maßnahmen treffen die Beherbergungsbranche mit voller Wucht. Die steirischen Jufa-Hotels etwa verlieren binnen weniger Wochen Millionen Euro an Umsatz, und auch der Ausblick auf den Sommer ist getrübt - obwohl die Buchungen wieder Fahrt aufnehmen. Ein Lichtblick: Mitte Juni eröffnet das neue Haus in Weiz.

„Wir waren im Schnellzug unterwegs, innerhalb von Stunden gab es eine Vollbremsung.“ Michael Kotter, Finanzvorstand der Jufa-Hotels, beschreibt, wie die Corona-Krise die steirische Kette mit 60 Häusern in mehreren Ländern traf. Nach einem Rekordjahr mit beinahe 90 Millionen Euro Umsatz gab es im Winter nochmals ein Plus von mehr als zehn Prozent, ehe Mitte März alles anders wurde. Bis Ende April gingen mehr als neun Millionen Euro an Umsatz (Beherbergung und Gastronomie) verloren, im Mai folgen weitere sechs Millionen Euro. Etwa 700 Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit.

Hoher Österreicher-Anteil
Das Hoffnungsdatum der gesamten Branche ist der 29. Mai, wenn nach fast zwölf Wochen Zwangspause wieder Gäste nächtigen können (die Restaurants öffnen schon zwei Wochen vorher). Vorerst muss man sich auf Österreicher beschränken, ihr Anteil beträgt bei Jufa 60%. Auch Gruppenreisen - ein wichtiger Markt - fallen aus.

Aktuell liegt man bei Jufa erst bei etwa einem Viertel der Vorjahresbuchungen, doch zuletzt ging es aufwärts - binnen vier Tagen wurden 12.500 Übernachtungen gebucht. Besonders beliebt seien See-Standorte, etwa im Ausseerland oder in Stubenberg, sowie Landerlebnishotels wie in Tieschen, so Marketing-Vorstand Gernot Reitmaier.

Aus „Würgegriff“ befreien
Trotz dieses „Silberstreifs am Horizont“ rechnet Vorstandsvorsitzender Gerhard Wendl mit einem Sommer-Minus von 25 bis 30 Prozent. Er fordert für die Branche eine Entlastung bei den Lohnnebenkosten und regt die Schaffung eines heimischen Buchungsportals an, um vor allem kleinere Häuser aus dem „Würgegriff“ der großen internationalen Portale, die hohe Provisionen kassieren, zu befreien.

In der Steiermark, dem Jufa-Stammland, steht eine Eröffnung ins Haus - die allerdings nicht groß gefeiert werden kann: Mitte Juni wird in Weiz aufgesperrt. Im August sollen die Umbauarbeiten in Eisenerz fertig sein (das Nordische Ausbildungszentrum siedelt aufs Areal), in Maria Lankowitz wird eine Sporthalle gebaut. Auch die zwei Häuser im Mariazellerland wurden renoviert. Andere Projekte liegen vorerst auf Eis.

Noch viele Fragen offen
Nicht nur die Jufa-Hotels, die gesamte Branche sehnt den 29. Mai herbei, so der steirische Sprecher Hans Spreitzhofer. Noch hat die Politik aber viele Fragen, etwa zum Spa- und Buffetbereich, nicht beantwortet. Hier sei dringend Klarheit erforderlich.

Jakob Traby
Jakob Traby
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