Telefonat mit Kanzler

Fitnessclub in Amstetten bleibt doch geschlossen

„Wir sperren am Montag auf“, verkündete Fitnessclub-Besitzer Christoph Haider am Wochenende in einem Video, das in den sozialen Medien schnell für Aufregung sorgte. Geworden ist aus der Ankündigung nach einem persönlichen Telefonat mit Bundeskanzler Sebastian Kurz jedoch nichts. Am Montag blieben die Türen des Fitnesscenters im niederösterreichischen Amstetten fest verschlossen.

„Es ist eine menschliche Verpflichtung meinen Kindern gegenüber. Es ist meine unternehmerische Verantwortung“, polterte Haider in seiner eindringlichen Videobotschaft.

Telefonat mit Kurz
Am Samstag läutete dann das Telefon des Unternehmers. Wie der „Krone“ bestätigt wurde, war Kanzler Kurz persönlich dran und suchte das Gespräch mit Haider.

Was Kurz dem Unternehmer genau riet, ist bislang nicht bekannt, das Gespräch soll laut Haider jedenfalls 20 Minuten gedauert haben. Fakt ist jedoch, dass der Fitnessclub-Besitzer am Montag einen Rückzieher machte. Gegen 9 Uhr hielt er noch vor dem Club eine Rede vor Medienvertretern. Darin betonte er, dass er weder ein Verschwörungstheoretiker noch ein „Corona-Leugner“ sei. Er wolle lediglich ein „Zeichen setzen“ und auf die fehlende Gleichbehandlung hinweisen.

Ihm sei nach seiner Ankündigung allerdings per Mail gedroht worden, es solle mit ihm das Schlimmste passieren, sagte Haider gegenüber den angereisten Medienvertretern und Passanten. Er sei aber ein normaler Unternehmer und wolle auch keine Menschen gefährden. Deshalb sperre er nun nur die Handelsfläche auf, wo alles genehmigt sei. Sämtliche Bereiche, „wo es irgendwie eine Rechtsübertretung gäbe“, blieben zu. Die Polizei war vor Ort.

Eventuell Öffnung von Fitnessstudios ab Ende Mai
Wann Fitnessstudios aufsperren können, sei letztlich eine gesundheitspolitische Frage, sagte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) am Montag. Ursprünglich habe man gedacht, dass das erst im Sommer oder Herbst möglich sein werde, aber „wir denken jetzt daran, dass das in dieser Welle am 29. Mai schon geschehen kann“. Klar sei, dass mindestens zwei Meter Abstand gehalten werden müsse.

Am 15. Mai starte „praktisch alles im Sport, aber Outdoor“, und am 29. Mai der Indoor-Sport, „und da würden ja in gewisser Weise Fitnesscenter dazugehören“. Man müsse mehr darauf achten, dass es sich um Gewerbebetriebe handle, die „eingeladen sind, Hilfspakete in Anspruch zu nehmen. Man solle die Freigabe von Fitnessstudios auch mit der Vorgangsweise in anderen Ländern abgleichen. „Ich bin ja gespannt, wie das andere Länder regeln“, so Kogler.

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