27.04.2020 14:00 |

Positives Zeugnis

„Corona-Raser“ sind in Tirol in der Unterzahl

Die Corona-Krise stellt auch Autofahrer vor neue Herausforderungen. Ein gutes Zeugnis stellt die Verkehrspolizei den heimischen Fahrzeuglenkern aus. Aber zwei Dinge gibt es zu bemängeln: Viele Lkw-Fahrer missachten Überholverbote und Tempo-Limits.

Wann muss man im Fahrzeug eine Schutzmaske tragen? Wer darf im Pkw mitfahren? Und gelten trotz Covid-19 die üblichen Vorschriften? Selbst die Polizei im deutschen Fürth schien Mitte April ihre Probleme mit diversen Paragrafen gehabt zu haben. Dort wurde ein Pensionist nämlich angezeigt, weil er sich nach dem Einkaufen mit der Atemschutzmaske ans Steuer gesetzt hatte und damit gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben soll. Die Anzeige wurde umgehend zurückgezogen.

Strafe wenn Maske fehlt
„Es ist derzeit natürlich nicht verboten, als Autofahrer einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“, weiß Markus Widmann, Chef der Tiroler Verkehrspolizei. Im Gegenteil: „Bei Fahrgemeinschaften oder etwa bei Handwerkern, die gemeinsam zu Baustellen fahren, müssen im Fahrzeug sogar alle eine solche Atemschutzmaske tragen. Andernfalls kann ihnen einen Strafe von 25 Euro drohen“, erklärt Widmann.

Autofahrer, die alleine in ihrem Wagen sitzen, sind hingegen nicht dazu verpflichtet, eine Maske zu tragen. „In Tirol hält sich jedenfalls schon der Großteil der Autofahrer an die neuen Bestimmungen.“

Die meisten Autofahrer halten sich an die Limits
Der oberste Verkehrspolizist des Landes stellt den heimischen Autofahrern in der Corona-Krise aber generell ein gutes Zeugnis aus. „Natürlich gibt es manche, die ausnützen, dass derzeit weniger Verkehr herrscht. Aber die hat es auch schon vor Corona gegeben“, meint Widmann. Die meisten Autofahrer halten sich in der Regel etwa schon an Tempo 100 auf den Autobahnen oder an andere Verkehrsbeschränkungen.

„Wer glaubt, etwa auf der Autobahn statt 100 km/h nun 120 oder 130 km/h fahren zu müssen, fällt bei weniger Verkehr aber mehr auf.“ Erst vor einigen Tagen ging der Polizei ein solcher „Corona-Raser“ mit 179 km/h auf der Autobahn ins Netz. „Aber das sind Ausnahmefälle“, betont Widmann.

Einige schwarze Schafe unter den Lkw-Lenkern
Ein weniger gutes Zeugnis als den Autofahrern stellt der Chef der Landesverkehrsabteilung einigen Lkw-Fahrern aus. „Da gibt es derzeit einige, die auf der Inntal- oder Brennerautobahn das Überholverbot missachten oder sich nicht an Tempo 40 an manchen Stellen halten“, sagt Widmann. Die Polizei will daher vermehrt ein Auge auf die schwarzen Schafe unter den Brummifahrern richten.

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