29.03.2020 20:00 |

Corona-Krise

Dornauer besteht auf Untersuchungskommission

Auf eine unabhängige Untersuchungskommission zum Tiroler Corona-Krisenmanagement besteht weiterhin die SPÖ. Der Tiroler Parteichef Georg Dornauer betonte, dass von Tirol aus das Virus teils in Europa verbreitet wurde und weist zudem darauf hin, dass der Bezirk Landeck nach aktuellen Zahlen des Ministeriums 20-mal höher durchseucht ist als etwa Wien.

„Die unabhängige Untersuchungskommission ist der erste Schritt um zu beweisen, dass wir Tiroler so nicht sind, wie wir aufgrund aneinandergereihter, haarsträubender Fehler einzelner Verantwortlicher und aufgrund des Systemversagens innerhalb der Volkspartei, europaweit dargestellt werden“, Georg Dornauer, Klubobmann der neuen SPÖ Tirol, nochmals seine Forderung nach Einsetzung einer Untersuchungskommission.

„Eventuell strafrechtliche Belange sollen von der Justiz geklärt werden. Die Untersuchungskommission soll so schnell wie möglich die Fehlerkette zwischen Bund und Land im Krisenmanagement klären, während nach Bewältigung der Krise, sobald der Bericht der Kommission vorliegt, auf der Ebene der Landes - und Bundesparlamente über die politische Verantwortung bezüglich des unverhältnismäßigen Ausmaßes dieser Katastrophe zu befinden sein wird“, sieht Dornauer drei Ebenen der Aufklärung notwendig.

„Frühzeitig von ausländischen Behörden gewarnt“
„Tirol wird im Ausland als Brandherd des Coronavirus in Österreich und in Europa gesehen“, so Dornauer. England schreibe Tirol seinen ‚Patienten 0‘ zu, Norwegen mache das Land für die Hälfte aller dortigen Infektionen verantwortlich. Auch in Island soll der Virus vielfach aus Ischgl eingeschleppt worden sein.

„Deshalb wurde die Bundesregierung frühzeitig von verantwortungsbewussten Behörden aus dem Ausland gewarnt, Tirol weltweit als Risikogebiet eingestuft und mit Wuhan auf eine Stufe gestellt. Die Tiroler Gesundheitsbehörde wurde umgehend von der Bundesbehörde informiert“, unterstreicht Dornauer nochmals die Ausgangslage für seine Initiative.

„Heute steht ganz Tirol unter Quarantäne, der Bezirk Landeck mit den Tourismus-Hotspots Ischgl und St. Anton ist nach aktuellen Zahlen des Ministeriums 20-mal höher durchseucht als Wien. Die Tiroler Bevölkerung hat fünfmal mehr Schwerkranke in den Krankenhäusern und siebenmal mehr lebensgefährlich Erkrankte auf den Intensivstationen, als die Bundeshauptstadt - in Relation zur Einwohnerzahl“, so Dornauer.

„Recht auf Antwort“
„War diese Katastrophe in diesem Ausmaß notwendig? Oder wäre vieles bei verantwortungsvollem Umgang mit den schon früh zur Verfügung gestandenen Informationen zu verhindern gewesen? Diese Frage stellt sich inzwischen ganz Tirol, Österreich und Europa. Besonders die Tiroler Bevölkerung hat ein zwingendes Recht auf eine zeitnahe Antwort. Diese Frage soll - so rasch wie sinnvoll und möglich - von einer kompetenten und unabhängigen Kommission geklärt werden“, wiederholt Dornauer abschließend.

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