Die Studie von Joanneum Research birgt einiges an Sprengstoff - hier noch einmal die wichtigsten Kritikpunkte zusammengefasst: Durch die Umweltzone (Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge, die älter sind als 13 Jahre) würde sich die Feinstaubbelastung nur um (lächerliche) 1,26 Prozent reduzieren - der Austausch von 356 alten Heizanlagen hätte genau dieselbe Wirkung.
Kammer sieht Bedenken bestätigt
Wenig Nutzen, schwerwiegende Folgen: Dem Tourismus und der Innenstadtwirtschaft drohen Umsatzeinbußen in der Höhe von bis zu 430 Millionen Euro, 1.500 Jobs wären in Gefahr! Kurzum: starker Tobak! Die Wirtschaftskammer - sie hat die Studie in Auftrag gegeben - sieht ihre Bedenken bestätigt: Jetzt sei klar, dass die Zone kein Allheilmittel sei, sagte Thomas Spann.
Die Politik reagierte reserviert: Die Studie sei inhaltlich nicht bekannt, eine fachliche Stellungnahme daher vorerst nicht möglich, wurde aus den Büros von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (SPÖ), Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) sowie dessen Vize, der grünen Verkehrsstadträtin Lisa Rücker verlautbart. Erst wenn diese in vollem Umfang vorliege, werde man sich dazu äußern.
Noch Fragen offen
Nagl wurde im Gespräch mit der "Steirerkrone" konkreter: "Mir geht es einzig und allein um die Gesundheit der Grazer! Wenn jemand einen besseren Vorschlag hat, bin ich gerne bereit, darüber zu diskutieren..." Sowohl Nagl als auch Wegscheider und Rücker betonten unisono, dass mit der Einführung der Umweltzone "frühestens im November 2011" zu rechen sei - "aber auch nur dann, wenn alle rechtlichen, fachlichen und politischen Fragen bis dahin restlos geklärt sind".
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"
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