18.02.2020 12:14 |

Nach Insolvenz

Rettung des Kapo-Fensterwerks ist auf Schiene

Der Name ist klingend, dennoch rutschte im Dezember das Pöllauer Fenster- und Türenwerk von Kapo in die Insolvenz. Mitschuld waren familieninterne Streitigkeiten. Am Dienstag stimmten die Gläubiger (positiv) über einen Sanierungsplan ab, ein Neustart des Unternehmens ist möglich.

Nicht zuletzt aufgrund von Unstimmigkeiten in der Eigentümerfamilie kam es in den vergangenen Jahren zu gleich mehreren Insolvenzen in der Kapo-Gruppe. 2018 machte die Kapo Möbelwerkstätten den Beginn. Im Juni 2019 folgte die übergeordnete Kapo Holding, kurz daruf meldeten die Mobelwerkstätten nochmals Insolvenz an. Im Dezember dann auch die zweite bisherige Tochterfirma, die Kapo Fenster und Türen GmbH.

„Verunsicherung bei Kunden“
Das 1927 gegründete Traditionsunternehmen schrieb zwar laut den Kreditschutzverbänden KSV und AKV Gewinne, die Turbulenzen der Schwestergesellschaft blieben aber nicht ohne Folgen. „Zur Verunsicherung potenzieller Kunden kam die Verteuerung von Einkaufskonditionen bei Lieferanten“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Zudem sei es innerhalb der Unternehmensgruppe zu „massiven Querfinanzierungen“ gekommen, auch Kreditlinien fielen weg. 

Neuer Eigentümer
Seit 2. Dezember ist nicht mehr die Kapo Holding Eigentümer der Firma, sondern Geschäftsführer Stefan Polzhofer. Als Investor und designierter Geschäftsführer ist Othmar Sailer, ehemaliger Vorstand der Waagner Biro AG, an Bord. 

Am Dienstag stimmten die Gläubiger, die insgesamt 7,2 Millionen Euro an Forderungen angemeldet hatten, dem Sanierungsplan zu. Sie erhalten eine Quote von 22 Prozent (ursprünglich waren 30 Prozent geplant). Nicht enthalten ist laut AKV in dieser Quote eine Forderung gegenüber Karl Polzhofer senior in einer Größenordnung von 650.000 Euro. Sie wurde dem bisherigen Masseverwalter zur Geltendmachung übertragen.

Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung beschäftigte die Kapo Fenster und Türen GmbH 102 Dienstnehmer. Mittlerweile ist der Personalstand auf 50 Dienstnehmer reduziert, eine Aufstockung mit Leiharbeitern ist geplant. 

„Erheblicher Finanzierungsbedarf“ bis November
Ein erstes Duchatmen ist also angesagt, aber der Weg ist noch weit. So schreibt der AKV: „Die vorliegenden Fortführungsrechnungen haben zudem ergeben, dass das Unternehmen bis einschließlich November 2020 einen erheblichen Finanzierungsbedarf hat, der nach unserer Einschätzung nur durch die Einbindung eines strategischen Partners bewältigt werden kann. Es bleibt daher die weitere Entwicklung des Unternehmens abzuwarten.“

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