15.02.2020 09:00 |

Hallerin (85):

Fahrt mit IVB-Bussen „für Senioren unzumutbar“

„Diese neuen Busse sind eine Zumutung für ältere und behinderte Menschen“, beschwerte sich eine Hallerin (85) bei der „Tiroler Krone“. Bis vor Kurzem legte die Seniorin, welche anonym bleiben möchte, längere Wege mit dem Auto zurück. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln macht sie nun schlechte Erfahrungen.

„Ich stieg zum Beispiel Mitte Jänner in einen Bus Richtung Innsbruck ein und es gab keine Sessel auf Bodenniveau, alle waren erhöht“, beschwert sich die 1,48 Meter große Seniorin. „Es ist für mich schwer, da hoch zu kommen.“ Sie soll aber außerdem bereits beobachtet haben, dass eine Frau mit Rollator die ganze Fahrt über stehen musste. „Ich habe über 20 Jahre mit behinderten Personen gearbeitet – warum setzen sie solche Busse überhaupt ein?“

Alte Modelle werden ausrangiert
Die Antworten hat IVB-Geschäftsführer Martin Baltes, welcher sich im ersten Moment verwundert zeigte: „Im Regionalverkehr oder in der Früh werden manchmal noch ältere Modelle eingesetzt – die neuen sollten eigentlich alle einem vorgeschriebenen Standard entsprechen.“ Die alten Busse würden mit der Zeit ausrangiert und nur bei Engpässen oder anderen Notsituationen eingesetzt. „Grundsätzlich wird es aber immer Situationen geben, in denen gewisse Personen Probleme haben“, gibt er offen zu.

Podest wegen Gurten
Nach einem kurzen Check löst IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin den Fall: „Die Frau fuhr mit einem neuen Modell – dieses ist niederflurig, zudem gibt es eine Sonderfläche für Rollstühle.“ Der Haken: Alle Sitze sind nur über ein etwa 20 Zentimeter hohes Podest erreichbar. „Der Bus fährt auf der Autobahn, daher sind Sicherheitsgurte vorgeschrieben.“ Für diese sei wiederum das Podest notwendig.

Fahrpläne angepasst
Als ältere Person fühlt sich die Hallerin außerdem bei den Fahrplänen diskriminiert: „Die sind so klein geschrieben, dass ich sie nicht einmal mit meiner Lupe lesen kann.“ Mit Computern kann die Frau nicht umgehen, sie würde sich ein Heft mit großer Schrift wünschen. Im Kundencenter in Innsbruck würden ihr die Mitarbeiter gerne die Fahrpläne im Großformat ausdrucken, nennt Baltes als Option. Man sei bemüht: „Die Fahrpläne wurden bereits so angepasst, dass viel Farbe rausgenommen wurde und der Text Schwarz auf Weiß steht. Außerdem hängen wir die Fahrpläne, wo es möglich ist, im A3-Format aus.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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