296 Beschäftigte aus 114 Industrieunternehmen der Steiermark wurden in Telefoninterviews befragt. Unterschiede ergeben sich laut AK-Präsident Walter Rotschädl zwischen Automobilindustrie und Umweltsektor. Arbeiter aus dem automotiven Bereich fühlten sich zu 82,1 Prozent von der Krise betroffen, Beschäftigte in der Branche Umwelt und Energie nur zu 4,1 Prozent.
Die Hälfte der Befragten sahen sich von der Arbeitsmarktkrise persönlich betroffen, wovon wiederum die Hälfte angab, dass dies auch schon in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. 26,4 Prozent rechnen damit, noch in der Zukunft betroffen zu sein. Die Studie untersuchte auch, welche Auswirkungen der Krise die Industriebeschäftigten bei sich beobachteten. Jeweils 51,7 Prozent bezeichneten den Abbau von Alturlaub und Kündigung als "angedachte Maßnahme", 40,9 Prozent waren mit Kurzarbeit in ihrem Unternehmen konfrontiert.
Ältere Arbeitnehmer haben mehr Angst vor Zukunft
Der Blick in die Zukunft fällt bei einem großen Teil der Befragten vorsichtig positiv aus. In der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung erwarten 43,9 Prozent eine Verbesserung (im ersten Halbjahr: 28,6 Prozent). Eine Verschlechterung befürchten nur noch 13,2 Prozent (34,4 Prozent). Bezüglich der "Entwicklung der Industrie bis 2011" rechnen 51,2 Prozent mit Schwankungen. 35,9 Prozent erwarten hingegen eine Verbesserung. Trotz Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung sehen 26 Prozent der Befragten mit "Freude" in die Zukunft, 29,7 Prozent empfinden beim Blick nach vorne "Neugier und Interesse". 35,3 Prozent sind skeptisch. Ein Ergebnis der Studie ist es laut bmm-Chefin Claudia Brandstätter auch, dass ältere Arbeitnehmer eher mit Angst in die Zukunft sehen als jüngere.
"Krise noch lange nicht ausgestanden"
Rotschädl stellte fest, dass "die Krise noch lange nicht ausgestanden ist" und forderte einen Konjunkturvorbehalt für die kommenden Budgetverhandlungen: "Eine Konsolidierung der Staatsfinanzen ist mittelfristig notwendig", meinte er, aber man solle die Konjunktur nicht mit überzogenen Sparmaßnahmen schädigen. Er machte auch auf einen Strukturwandel in der steirischen Wirtschaft aufmerksam: Der Anteil der Beschäftigten im Produktionssektor sei gesunken, der im Dienstleistungssektor gestiegen. "In einem Industrieland wie der Steiermark hat das Auswirkungen auf Wertschöpfung, Beschäftigungsniveau und Lohnniveau", so der AK-Präsident.
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