13.01.2020 10:28 |

Sechs Tiere starben

Pythons ausgesetzt: Prozess in Kärnten

Wochenlang hatte vergangenen Sommer eine Serie von Schlangenfunden im Drautal in Kärnten für Aufregung gesorgt: Sechs Königspythons waren auf einem Bauernhof in Feistritz an der Drau entdeckt worden, drei starben. Drei weitere Tiere dürften inzwischen erfroren sein. Ihr ehemaliger Besitzer muss am Donnerstag vor Gericht.

Drei Monate lang hatte es auf einem landwirtschaftlichen Anwesen immer wieder Schrecksekunden gegeben: Die Familie Steiner fand zwischen Juli und Oktober sechs Riesenschlangen. Ermittlungen ergaben später, dass ein 37-jähriger Villacher die Tiere bereits Mitte Juli ausgesetzt hatte. Laut Strafantrag der Staatsanwaltschaft handelte es sich um neun Königspythons, die ausgesetzt worden waren, „obwohl sie in der Freiheit zu leben unfähig sind“.

Darauf begründet sich auch der Vorwurf der Tierquälerei, mit dem der vermeintliche Tierfreund von Richter Gerhard Pöllinger konfrontiert werden wird. Zudem sind drei Schlangen verendet, drei weitere werden quasi vermisst. „Sie sind sicherlich erfroren“, bedauert Reptilienzoo-Chefin Helga Happ, bei der die überlebenden Pythons Unterschlupf gefunden haben. Und nicht nur diese: Da gegen den Besitzer kein Tierhalteverbot ausgesprochen worden war, hatte dieser auch während der Ermittlungen noch andere exotische Hausgenossen in seiner Obhut.

Erst vor Kurzem hat er auch diese Tiere im Reptilienzoo Happ abgegeben. Ob das geschah, um den Richter von seiner Läuterung zu überzeugen? Rat Pöllinger ist dafür bekannt, bei Tierquälerei keine Gnade zu zeigen. Einen Hundehalter und einen Jäger, die die treue Hofhündin „Bella“ unweidmännisch erschossen hatten, strafte er mit sechs Monaten bedingt und 3600 Euro. Bei den toten Pythons ist neben dem Tierleid auch die Angst jener zu berücksichtigen, die die Riesenschlangen gefunden haben.

Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

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