10.01.2020 06:00 |

Neue Bürgerinitiative

Ennstaler wehren sich gegen den Ausverkauf

Es brodelt im Ennstal - und das noch nicht wegen des Nightrace am 28. Jänner. Vielmehr geht es um den Bau-Boom in der Region Schladming. Anrainer laufen dagegen - und vor allem gegen die immer größere Anzahl an Zweitwohnsitzen - Sturm.

Der Herrgott hat’s mit der Region am Fuße des Dachsteins besonders gut gemeint - die landschaftliche Attraktivität verbunden mit einer perfekten Wintersportinfrastruktur lässt Touristiker Jahr für Jahr über Rekorde jubeln. Und doch ziehen mitten in der Hochsaison dunkle Gewitterwolken auf.

Illegale Zweitwohnsitze
„So kann es nicht weitergehen“, sind viele Anrainer überzeugt. Gemeint sind die riesigen Bauvorhaben, die in der gesamten Region aus dem Boden gestampft werden, so wie das 50 Millionen Euro teure Chalet-Dorf in Haus. Die Kritik: Mit derartigen Projekten werde der Immobilienspekulation und illegalen Zweitwohnsitzen, die eigentlich nur in bestimmten Bereichen erlaubt sind, Tür und Tor geöffnet.

Parallel dazu drehen sich die Immobilienpreise in teils schwindelerregende Höhen. „Junge Leute aus der Region können sich das Wohnen nicht mehr leisten und müssen wegzuziehen“, sagt Alexandra Gföller vom neuformierten Bürgerforum der Kleinregion Schladming.

Offener Brief
Mit einem offenen Brief hat man nun an die Landesregierung appelliert „den Ausverkauf unserer Heimat zu stoppen“. Verständnis für die Bevölkerung kommt aus dem Schladminger Rathaus: „Ich verstehe die Sorgen der Menschen - wir als Gemeinden sind jetzt einfach gefordert. Allerdings sind uns bei der aktuellen Gesetzeslage auch oft die Hände gebunden“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Krammel (ÖVP).

Für leistbaren Wohnraum werden in Schladming am alten Sportplatz 100 Genossenschaftswohnungen errichtet. Auch die zuständige Landesrätin Ursula Lackner (SPÖ) zeigt Verständnis - die Abteilung Raumplanung prüfe das Salzburger Modell, wo es ja ähnliche Probleme gibt. 

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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