Neue Bayern-Rolle

Kahn: „Werde nicht durch Meeting-Raum grätschen“

Oliver Kahn hat am Dienstag auf großer Bühne erstmals öffentlich das Wort als neues Vorstandsmitglied beim deutschen Rekordmeister FC Bayern ergriffen. Als extrem ehrgeiziger Tormann hatte er den Klub wie kaum ein zweiter Spieler perfekt verkörpert. Nicht nur einmal agierte „der Titan“ als ausbrechender Vulkan. „Emotionalität ist sehr wichtig auf dem Platz, und die ist bei Bayern München auch auf der Tribüne angesagt“, erklärte Kahn am Dienstag. „Aber ich werde nicht durch den Meeting-Raum grätschen.“

Er wolle die Erfolgsgeschichte des Vereins fortzuschreiben, sagte Kahn. „Das ist schon ziemlich reizvoll, und vielleicht noch eine Schippe draufzulegen. Das entspricht mir selbst und meinem Charakter.“

Der inzwischen 50-jährige Kahn hat sich nach seinem Karriereende 2008 als Unternehmer und ZDF-Fußballexperte einen Namen gemacht. Ex-Präsident Uli Hoeneß hat ihn als Bayern-Chef in spe auserkoren. Er traut Kahn zu, den deutschen Branchenführer mit mehr als 1000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro in eine erfolgreiche Zukunft zu lenken.

„Oliver kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft - und er trägt die DNA des FC Bayern in sich“, schwärmte Hoeneß. Und Kahn bringe etwas Unverzichtbares mit: „Wir brauchen in der Führungsposition einen, der ehemaliger Fußballspieler war.“ Fachkenntnis und Stallgeruch schätzte Hoeneß schon immer.

„DNA steckt so tief in einem drin“
Von 1994 bis 2008 bestritt der gebürtige Badener im Bayern-Trikot 429 Bundesligaspiele. Er gewann zahlreiche Titel, als Höhepunkt 2001 die Champions League. „14 Jahre für den FC Bayern München waren eine extrem lange Zeit mit sehr vielen Emotionen. Die DNA steckt so tief in einem drin, dass man diesen Verein nie verlassen kann“, betonte Kahn bei seiner Vorstellung in der Münchner Allianz Arena.

In Hemd und Sakko will Kahn beim Klub von ÖFB-Star David Alaba zu weiteren Trophäen beitragen. „Für Bayern München kann das Ziel immer nur die Spitze, die Nummer eins sein“, sagte der langjährige Kapitän. Man wolle aber nicht nur national um Titel kämpfen: „Die Leistung in der Champions League war überragend. Es ist alles möglich.“ Nach einer Einarbeitungsphase soll er in knapp zwei Jahren den dann 66 Jahre alten Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden ablösen.

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