26.12.2019 07:00 |

Apotheker alarmiert

Brexit könnte Medikamenten-Engpass verschärfen

Aktuell ist es ein Impfstoff für die Pneumokokken-Impfung, der zur Neige geht - obwohl die Impfaktion gerade mitten im Laufen ist. Aber generell haben steirische Apotheken immer häufiger mit Versorgungsengpässen bei wichtigen Medikamenten zu kämpfen. Der Brexit dürfte diese Lage sogar noch verschärfen.

Vor zwei Jahren war die Lage schon prekär, als in der Steiermark der Vierfachimpfstoff gegen die Grippe ausblieb. Heuer war es ein Mittel namens „Imurek“, das nicht geliefert werden konnte; dieses ist aber ganz wichtig bei Autoimmunerkrankungen oder nach Organtransplantationen.

„Generell sind wir schon mindestens zehn Stunden in der Woche damit beschäftigt, Medikamente aufzutreiben oder nach Alternativen dafür zu suchen“, so Apothekerkammerchef Gerhard Kobinger. „Ein enormer Aufwand, damit aus Lieferengpässen keine Versorgungsnotstände werden!“ 500 bis 800 Arzneimittel sind davon betroffen.

Produktion immer häufiger in Billiglohnländer
Wie kann das in Zeiten der Globalisierung sein? Ausgerechnet diese sei schuld daran, findet Experte Kobinger klare Worte: „Die Produktion findet immer häufiger in Billigländern statt, wie in China, Indien und Pakistan. Da funktioniert halt nicht immer alles reibungslos.“ Und: „Wenn wer liefern kann, tut er es dorthin, wo am meisten dafür bezahlt wird. Und das ist nicht Österreich.“

Der Brexit könnte die Situation noch zusätzlich verschärfen. „Aus England kommen wichtige und große Erzeuger, das ist nicht zu unterschätzen.“ Kobinger setzt aber auf die „Task force“, die in Österreich eigens zur Lösung dieses Problems eingerichtet worden ist. Und auf kluge Engländer: „Mit dem Brexit haben diverse Anbieter schon länger gerechnet und daher auch Außenstellen in der EU gegründet.“

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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