17.12.2019 13:00 |

Tausende Anzeigen

Auch Skidiebe haben wieder Saisonstart

Sie schlagen zu, während sich ihre Opfer in der Hütte abseits der Piste einen Kaspressknödel oder das eine oder andere Schnapserl gönnen: Skidiebe! Die Zahl der Coups ging zuletzt zwar deutlich zurück - im vergangenen Jahr gab es in Tirol aber immerhin noch 2335 Anzeigen.

Haben Sie auch schon Ihre Skier „entstaubt“, gewachst und die ersten Schwünge über die Pisten gezogen? Möglichkeiten dazu gibt es in Tirol – wie berichtet – ja bereits zur Genüge. Aber Vorsicht! Genau jetzt, wo der Ansturm auf die weißen Hänge Tag für Tag größer wird, kriechen dreiste Diebe, die es auf ungesicherte und meist teure Wintersportgeräte abgesehen haben, wieder aus ihren Schlupflöchern.

Das einzig Positive gleich vorweg: Ein Blick auf die Kriminalstatistik offenbart, dass in Tirol zuletzt die Kurve hinsichtlich Diebstahlsanzeigen steil nach unten zeigte. Im Vorjahr verzeichnete die heimische Polizei alles in allem 2335 Fälle. Zum Vergleich: 2010 waren es noch weit über 3000.

Die Kehrseite der Medaille: Tirol ist bei den Skidiebstahlsanzeigen im Bundesländervergleich unangefochtener Spitzenreiter. Österreichweit gab es in den vergangenen Jahren im Schnitt pro Jahr rund 4000 Fälle – heißt also: Mehr als die Hälfte der Coups ereignen sich bei uns in Tirol. Auf Platz zwei liegt Salzburg mit knapp über 1000 Anzeigen.

Diebe haben freie Wahl, Aufklärungsquote gering
Schlechte Nachrichten für alle Opfer: Die Aufklärungsquote ist in der Regel sehr gering. „Wenn ein Geschädigter den Diebstahl bemerkt und anzeigt, ist der Täter quasi längst über alle Hänge“, heißt es seitens des Bundeskriminalamtes.

Dieben wird es zu einfach gemacht
Was leider immer wieder auffällt: Solchen Langfingern wird es nach wie vor viel zu leicht gemacht. Es gibt fast nie Zeugen und nur selten irgendwelche verwertbaren Spuren. Kein Wunder: „Hunderte Paar Skier liegen meist völlig unbeaufsichtigt vor den Hütten im Schnee herum oder sind an die Wand gelehnt“, erklärt ein Präventionsexperte und ergänzt: „Die Täter haben da regelrecht freie Auswahl. Vor allem auch deshalb, weil die modernen Bindungen heutzutage rasch und ohne Werkzeug auf jede beliebige Schuhgröße angepasst werden können.“

So schützen Sie Ihre Brettl’n

  • Skier sollten vor Hütten nicht sorglos abgestellt werden - versuchen Sie, Ihre Wintersportgeräte stets gut im Auge zu behalten.

  • Skier nicht paarweise, sondern getrennt voneinander deponieren. Diebe nehmen sich nicht die Zeit, passende Paare zu suchen.

  • Bei Snowboards empfiehlt es sich, diese beispielsweise mit einem Fahrradschloss an einem feststehenden Gegenstand (Skiständer oder Geländer) zu sichern.

  • Sämtliche Wintersportgeräte sollten stets mit Namen oder sonstigen Symbolen, an denen man sie problemlos wiedererkennen kann, gekennzeichnet werden.

  • Eindeutig am sichersten sind Skier, Snowboards und Stöcke in Dachträgern aufbewahrt. Experten von der Polizei raten, auf jeden Fall nur Skiträger oder Transportboxen zu kaufen, die auch versperrbar sind.

  • Wer sich einen Winterurlaub gönnt, der sollte seine Sportgeräte jedenfalls in einem versperrten Skikeller lagern. Vorsicht beim Betreten: Diebe gehen oft mit Hotel-/Pensionsgästen mit und kundschaften die Lage aus.

  • Bei Diebstahl: Unbedingt sofort Anzeige bei der Polizei erstatten. Sie brauchen eine Bestätigung für die Versicherung.

  • Modell sowie Serien- oder Herstellernummer der Skier sollten bereits beim Kauf aufgeschrieben werden. Im Fall des Falles können diese Informationen für die polizeilichen Ermittlungen sehr hilfreich sein. Alles andere als eine gute Idee ist es, einen Skidiebstahl vorzutäuschen (Stichwort: Versicherungsbetrug). Strafrechtliche Konsequenzen sind dem vermeintlichen Opfer sicher.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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