14.12.2019 05:00 |

Im Pinzgau

Ortschef bewilligte Häuser trotz fehlender Widmung

Amtsmissbrauch – diesem Vorwurf muss sich der Hollersbacher Bürgermeister Günter Steiner (ÖVP) vor dem Landesgericht stellen! Er habe zwei Baubewilligungen für Wohnhäuser erteilt, obwohl es keine entsprechende Flächenwidmung gab. Auch für den Baustart einer Apartmentanlage fehlten die Voraussetzungen

Die Vorwürfe kommen in Zeiten der Diskussion rund um Chalet-Dörfer und allgemeiner Wohnraum-Knappheit denkbar ungelegen: Der Hollersbacher Bürgermeister Günter Steiner (ÖVP) muss am Donnerstag vor dem Landesgericht vorstellig werden – die Staatsanwaltschaft wirft ihm Amtsmissbrauch vor! Laut Anklage habe er im März 2012 und Oktober 2016 zwei Baubewilligungen erteilt, obwohl es in beiden Fällen keine entsprechenden Flächenwidmungen gegeben habe!

„Habe mich von sozialer Ader hinreißen lassen“
„In beiden Fällen kamen Jungfamilien zu mir, die wirklich einen sehr, sehr großen Wohnungsbedarf hatten. Eine der beiden Frauen war hochschwanger“, erklärt Bürgermeister Günter Steiner der „Krone“ seine damalige Vorgehensweise. Nachsatz: „Die Widmung hat länger gedauert, als angenommen. Da habe ich mich von meiner sozialen Ader hinreißen lassen.“

Nicht der einzige Vorwurf, den der Staatsanwalt gegen den Pinzgauer erhebt: Für den Bau einer Apartmentanlage 2016 am Ortseingang habe die dafür notwendige behördliche Abnahme des Hochwasserschutzes gefehlt – als die Bezirkshauptmannschaft zur Abnahme kam, war der Bau schon im vollen Gange: „Ich hab den Bescheid missverständlich formuliert, das war patschert“, so Steiner. Bei Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

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