„Oft war es die Hölle“

Hüftoperation löst lange Leidensgeschichte aus

Wie schwer es für Patienten sein kann, Gehör zu finden oder zu etwas „Schmerzensgeld“ zu kommen, zeigt die Leidensgeschichte von Gudrun F. (59) nach einer Hüftgelenks-OP im oberösterreichischen Grieskirchen. Mehr als eineinhalb Jahre dauerte es bis zu einer Revisions-OP, dreieinhalb bis zur (geringen) Entschädigung: „Ein Höllenritt!“, so F.

Nach der ersten OP in Grieskirchen am 16. Juni 2015, bei der ihr ein künstliches Hüftgelenk ein gesetzt wurde, litt Frau F. unter starken Schmerzen. Sie sei aber weder vom Spital noch später auf der Reha damit ernst genommen worden: „Man hat gesagt, man sieht nichts, auch im Röntgen nicht. Ich bin behandelt worden, als wäre ich nicht ganz normal bzw. überaus wehleidig“, erzählt Frau F.

„Hatte zwei Jahre lang durchgehend Schmerzen“
Zurückgeworfen durch einen Herzinfarkt und über eine weitere Reha in der Steiermark kam sie Anfang 2017, eigentlich zu einer Stoßwellentherapie, ans KH Ried. Dort wurde sie, nachdem doch einmal eine CT durchgeführt worden war, erneut an der Hüfte operiert: „Es wurde eine Pfannenlockerung festgestellt. Ich bekam zusätzlich drei Schrauben in der Hüfte.“ Wegen eines Blutergusses wurde sie im Sommer 2017 nachoperiert. „Ich hatte nach der OP in Grieskirchen zwei Jahre lang durchgehend Schmerzen und oft war es die Hölle“, erzählt F. Sie habe auch hohe Aufwendungen gehabt. Aus dem Patientenentschädigungsfonds des Landes erhielt sie schließlich 3000 Euro.

Was das Spital sagt
„Wir bedauern den schicksalhaften Verlauf bei regelrechter Behandlung“, heißt es dazu aus dem Klinkum Wels-Grieskirchen. Die OP im Juni 2015 sei komplikationslos verlaufen und die drei postoperativen (bis Februar 2016) radiologischen Untersuchungen „ergaben je einen stabilen Sitz der Prothese ohne Lockerungszeichen“.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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