07.12.2019 13:00 |

In Mutters

Einzigartiges Brauchtum: Laut - lauter - Bumsa!

Ein österreichweit einzigartiges Brauchtum in Mutters: Mit Donnerschlägen aus riesigen Schalltrichtern wird St. Nikolaus willkommen geheißen - und gleichzeitig das Kirchenpatrozinium gefeiert.

Immer, wenn der Bumsabewachungsverein Mutters ausrückt, heißt es für die Anwohner im weiten Umkreis Ohren anlegen: Denn mit der Bumsa wird jeder Schuss aus dem Vorderlader zu einem Kanonenschlag, der kilometerweit zu hören ist.

100 Jahre alte Tradition
Seit mehr als 100 Jahren ist die Tradition des Bumsa-Schießens in Mutters aufrecht. Die Bumsa, das ist ein rund drei Meter langer, aus Fassdauben zusammengefügter Schalltrichter. Die Trichtermündung hat einen Durchmesser von eineinhalb Metern, aber das „Mundstück“ ist gerade so groß, dass der Lauf eines Vorderladers hineinpasst.

Der Trichter verstärkt den Schall so stark, dass er bei guten Bedingungen, sprich bei gefrorenem Boden, bis ins 30 Kilometer entfernte Schwaz zu hören ist. Bei Dunkelheit in den Morgenstunden des 6. Dezember ist der Knall nicht nur zu hören und zu fühlen, sondern auch durch umherspritzende Funken zu sehen.

„Ein österreichweit einzigartiger Brauch
„Hier darf nur mitmachen, wer nicht verheiratet ist, keine Kinder hat und handwerklich geschickt ist“, erklärt Thomas Tanzer, einer der „Auserwählten“ des Bumsaschießens. Waffenschein sei keiner erforderlich, ein Schussmeister überwacht das Treiben. „Andere Dörfer feiern mit Prozessionen das Patrozinium, wir haben die Bumsa! Es ist ein österreichweit einzigartiger Brauch“, freut sich Tanzer.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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