01.12.2019 13:00 |

Cobra übt in der Nacht

„Die Dunkelheit darf keine Ausrede sein“

Zahlreiche Einsätze des Einsatzkommandos Cobra laufen in den Nachtstunden ab. Trainings in der Dunkelheit sind somit für die Beamten unabdingbar. Die „Tiroler Krone“ war kürzlich im Zuge der Jahresserie bei einer dieser Übungen hautnah dabei - eine spannende Angelegenheit.

Donnerstagabend, 21 Uhr, bei frischen zwei Grad Celsius mitten in den Tiroler Wäldern: Der Himmel ist sternenklar, der Mond erscheint heller und größer als sonst. Es ist stockfinster, sodass die Hände kaum vor den Augen zu sehen sind. Äste knacksen und der Geruch von feuchtem Moos liegt in der Luft.

Plötzlich fallen Schüsse, sie hallen durch den ansonsten ruhigen Wald. Ein grelles Licht erscheint, weitere Schüsse lösen sich aus den Pistolen. Plötzlich ist es wieder finster und die Schüsse verhallen. „Gut getroffen, gut gemacht“, hört man eine Stimme sagen. Es ist die Stimme eines Cobra-Schießinstruktors, die sich an Beamte wendet. Die Szene ist somit nur Teil eines Trainings - beruhigend!

Gut getarnt
Die Cobra-Beamten tragen ihre unverkennbare Schutzausrüstung. Doch ein Detail daran ist im Vergleich mit den bisherigen Trainings, an denen die „Tiroler Krone“ teilnehmen durfte, neu: Nachtsichtgeräte! „Sie sind uns bei Übungen und Einsätzen im Dunkeln eine große Hilfe“, klärt der Übungsleiter auf.

Kein leichtes Unterfangen
Doch der Umgang mit diesen Nachtsichtgeräten ist fordernd. „Sie sind für die Augen belastend, die wiederum dadurch schneller müde werden. Zudem schränken sie ein wenig das Sichtfeld ein. Doch dank intensiver Trainingseinheiten gewöhnen sich die Beamten daran und sind dennoch in der Lage, trotz der Geräte aus dem Augenwinkel das gesamte Umfeld zu beobachten“, verdeutlicht der Cobra-Beamte.


„Magazinwechsel im Schlaf beherrschen“
Auch der Umgang mit den Waffen ist bei Nacht kniffliger. Hier spielt das Handling eine wichtige Rolle. „Jeder Beamte muss den Magazinwechsel im Schlaf beherrschen – eben gerade, wenn er nichts sehen kann. Die Dunkelheit darf niemals eine Ausrede sein“, spricht der Übungsleiter Klartext. Neben Nachtsichtgeräten kommen auch Wärmebildkameras zum Einsatz, die oftmals sehr hilfreich sind.

Bewaffneter Wilderer im Wald festgenommen
Wer die Cobra-Beamten bei Einsätzen immer wieder fordert, sind Wilderer. Daher ist es wenig überraschend, dass auch der Zugriff auf einen Wilderer auf der bis 1 Uhr angesetzten Trainingsagenda steht. „Der mit seinem Jagdgewehr bewaffnete Mann befindet sich im ersten Stock seiner Hütte. Der Wilderer ist einerseits festzunehmen und andererseits ist eine Hausdurchsuchung durchzuführen“, so der Auftrag. Gesagt, getan: Die Beamten schleichen sich in Tarnanzügen taktisch geschickt durch den Wald, warten den passenden Moment ab, stürmen plötzlich in die Hütte und nehmen den Mann fest - ein gelungener Abschluss.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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