Zehntausende Patienten gehen jedes Jahr an der Klinik in Innsbruck ein und aus. Das größte Krankenhaus Westösterreichs wird als Ort der Fürsorge und Hilfe wahrgenommen. Aber nicht nur medizinische Hilfe hat die Opferschutzgruppe im Visier. „Wir informieren und beraten Mitarbeiter zu Gewalterkennung, Schutz vor Gewalt und zu therapeutischen Möglichkeiten“, zählen Thomas Beck und seine Stellvertreterin Andrea Hohenegger auf.
Seit Beginn des Programms im Jahr 2013 wurden bereits 900 Mitarbeiter geschult, heuer waren es 250 Teilnehmer.
Können Hilfe vermitteln
Wie notwendig es ist, zeigen nicht nur die Ergebnisse der groß angelegten Erhebung, wonach 26 Prozent der befragten Patienten angaben, schon einmal oder immer wieder Opfer von Gewalt zu sein. Im April dieses Jahres wurde zudem eine neue Routine-Befragung an der Notaufnahme der Inneren Medizin gestartet. Beck: „Den Mitarbeitern ist bewusst, dass Menschen nicht einfach über Gewalterfahrungen sprechen. Und wir wissen auch, dass nicht jeder Hilfe annehmen kann. Uns geht es aber darum, den Menschen zu vermitteln, dass wir da sind und Hilfe vermitteln können.“
Bei der Erstaufnahme auf Betroffene zugehen
Drei Fragen werden bei der Erstaufnahme gestellt: Weiß jemand, dass Sie hier sind? Soll jemand nicht wissen, dass Sie hier sind? Gibt es jemanden, der Ihnen Unbehagen bereitet oder Angst macht? Über ihre Antwort können Betroffene signalisieren, dass sie vielleicht Hilfe brauchen. Innerhalb von 20 Wochen haben das bereits 15 Frauen und Männer getan.
Diese Art der Befragung der Patienten ist neu. Die Klinik Innsbruck ist mit diesem Routinescreening das erste große Krankenhaus in Österreich. Das Programm soll ausgeweitet werden. Auch andere Spitäler haben Interesse bekundet.
Zusammenarbeit mit Gewaltschutzzentrum
Aber was tun, wenn sich ein Gewaltopfer outet? Die Ärztliche Direktorin Alexandra Kofler verweist auf eine Kooperation mit dem Gewaltschutzzentrum Tirol. Der Kontakt wird bei Bedarf hergestellt.
Gewaltschutzzentrum Tirol erreichbar unter: 0512/571313








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