13.11.2019 11:56 |

Falsche Polizisten

Grazerin (85) übergab Betrügern Gold und Münzen

In Graz haben sich am Dienstag Unbekannte zum wiederholten Mal in diesem Jahr am Telefon als Polizisten ausgegeben und von älteren Leuten Geld verlangt, da sonst ein Verwandter ins Gefängnis müsse. Eine 85-Jährige übergab den Kriminellen daraufhin Gold und Münzen. Ein 78-Jähriger konnte die Betrüger hingegen abwimmeln.

Ein Mann hatte die 85-Jährige gegen 13.30 Uhr am Festnetz angerufen und sich als Polizist vorgestellt. Er sagte, dass der Sohn und die Schwiegertochter der Frau in einen Verkehrsunfall verwickelt worden seien. Beiden seien unverletzt, am Pkw des angeblichen Unfallgegners sei jedoch hoher Sachschaden entstanden.

Der „Polizist“ forderte 78.000 Euro, ansonsten müsse der Sohn der betagten Frau hinter Gitter. Als sie mit ihrem Sohn sprechen wollte, sagte der Anrufer, der sei gerade beim „Richter“, aber sie könne mit der Schwiegertochter sprechen. Dabei vernahm die alte Dame nur ein Wimmern.

Dennoch glaubte sie die Geschichte und erzählte dem Unbekannten, sie habe Gold und Münzen in einem Bankschließfach. Sie holte die Wertgegenstände und übergab sie vor ihrer Wohnung einem sehr schmalen, eher kleinen österreichischen Mann im Alter von etwa 40 bis 50 Jahren mit Dreitagesbart.

Bei 78-Jährigem abgeblitzt
Eine halbe Stunde vorher hatten es Betrüger ebenfalls am Festnetztelefon mit derselben Masche bei einem 78-Jährigen versucht. Hier hieß es, die Tochter des Pensionisten sei in einen Unfall verwickelt worden. Der Grazer sagte, er müsse erst überlegen, ob er den geforderten Betrag in der Höhe von 58.000 Euro bezahlen werde. Daraufhin legte der angebliche Polizist, der mit deutschem Akzent gesprochen hatte, auf.

„Niemals fordert Polizei hohe Bargeldbeträge“
Die Exekutive riet am Mittwoch zum wiederholten Male zur Vorsicht bei derartigen Anrufen. „Niemals fordert die Polizei nach Verkehrsunfällen derart hohe Bargeldbeträge zur Abwicklung eines Sachschadens ein“, sagte ein Beamter. Man solle auf keinen Fall Auskunft über Bankdaten oder Vermögen geben. Die Polizei empfahl weiters, sich bei einer Vertrauensperson nach den angeblich betroffenen Verwandten zu erkundigen. Außerdem sollte man so rasch wie möglich die Polizei unter der Notrufnummer 133 kontaktieren.

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