29.10.2019 05:00 |

Schulworkshop

Raus aus der Todesfalle „toter Winkel“

Im Vorjahr verunglückten in Salzburg sechs Menschen bei Unfällen mit rechtsabbiegenden Lkw. Eine Radfahrerin wurde dabei in der Stadt Salzburg getötet. Um Kinder für die Gefahr des „toten Winkels“ zu sensibilisieren, durften die Schüler der Volksschule Schallmoos die potenzielle Gefahrenzone hautnah erleben.

Warum heißt es toter Winkel? - „Weil man dort zu Tode kommen kann!“, wissen die Schüler der dritten Klasse Volksschule Schallmoos. Sie sind auf ihrem Schulweg zwangsläufig auch mit Lkw-Verkehr konfrontiert, denn im Einzugsgebiet ihrer Schule befinden sich auch zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe. „Dazu kommt, dass manche Gehwege nicht gut in Schuss oder durch Grünwuchs versperrt sind, sodass die Kinder auf die Straße ausweichen müssen“, zeigt sich die Direktorin Eva Maria Benne besorgt.

Perspektivenwechsel: Kinder sitzen im Lkw

Besonders der tote Winkel bei großen Fahrzeugen ist eine Gefahr, die gerade Kinder schlecht einschätzen können. „Ganz wichtig ist die Selbstverantwortung“, sagt ÖAMTC-Verkehrspädagogin Elke Bickel. In ihrem Workshop bewegen sich die Kinder selbst durch den Gefahrenbereich und können von der Lkw-Fahrerkabine aus beobachten, die schnell eine ganze Klasse im toten Winkel verschwindet. „Gerade der Perspektivenwechsel hilft, die Gefahr besser einschätzen zu können. Wir wollen, dass die Kleinsten sich gar nicht erst in solche Situationen begeben“, erklärt Bickel.

Zur Unfallvermeidung tragen auch Abbiegeassistenten bei. Seit Beginn des Schuljahres wird die freiwillige Nachrüstung von Lkw gefördert. Auch die bestehenden Flotten von Stadt und Land werden teilweise mit dieser Technik ausgestattet. Bei allen Landes-Lkw, die im Stadtgebiet fahren, ist das bereits passiert.

Lkw-Fahrer Martin Praher ist seit zwölf Jahren auf den Straßen unterwegs. Im Interview mit der „Krone“ Salzburg weiß die technischen Abbiegeassistenten zu schätzen:

Was bringt ein Abbiegeassistent?

Auf acht Spiegeln kann man nicht ständig die Augen haben. Genau um das Quäntchen, bei dem etwas passieren hätte können, werden ich durch die Technik unterstützt.

Sollte jeder Lkw damit ausgestattet werden?

Für Neuanschaffungen ja. Für bestehende Fahrzeuge ist es aus technischen Gründen schwierig.

Hilft es Ihnen, wenn Kinder die Gefahr kennen?

Ja, das ist von klein auf wichtig. Ohrstöpsel raus, Smartphone weg, Augen auf die Straße und das eigene Leben schützen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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