21.10.2019 19:20 |

Förderungen

Bauträger pfeifen derzeit auf Geld vom Land

Die Wohnbauförderungen des Landes sollen den Bauträgern eigentlich helfen, leistbare Wohnungen auf den Markt zu bringen. Derzeit ist das aber nicht der Fall. Die gute Wirtschaftslage, niedrige Zinsen und strenge Baurichtlinien bei den Förderungen machen das Modell unattraktiv. Gebaut wird trotzdem – am freien Markt.

Leistbares Wohnen sind derzeit in der heimischen Politik Reizwörter. Die Opposition verlangt endlich Maßnahmen um den teuren Wohnraum entgegenzuwirken und die Regierung versucht zu beschwichtigen und kritisiert frühere Modelle. „Viele davon stammen aus Zeiten der roten Landesregierung“, sagt Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) und fügt hinzu: „Mit einer jährlichen Mietsteigerung von fünf bis sieben Prozent.“ Diese werden gerade mit dem Mietsenkungsprogramm „repariert“. Eine nur zweiprozentige Steigerung soll garantiert werden. „Das kostet natürlich Geld“, so Klambauer, die Vorrechnet, dass mehr Wohnungen gebaut werden als notwendig, allerdings viel ohne Förderungen. 3000 Wohnungen und Häuser entstehen jährlich, aber nur 2000 werden benötigt, rechnet sie vor.

Aber momentan nur wenige mit Förderung: Niedrige Zinsen, strenge Auflagen und ein Höchstpreis machen diese für die Bauträger unattraktiv. Am freien Markt sind Gewinne derzeit einfacher zu erwirtschaften.

Im Jahr 2019 wurden bisher nur 149 geförderte Mietwohnungen zugesagt – 900 stehen allerdings im Regierungsprogramm. „Ambitionierte Zielsetzungen hören sich gut an, helfen den Salzburgern aber nichts, wenn sie meilenweit verfehlt werden“, kritisiert Arbeiterkammer-Chef Peter Eder. Klambauer hofft zumindest noch an die 700 Wohnungen in diesem Jahr zu erreichen.

Lob kommt für die neue Bodenpolitik des Landes
Trotz aller Parteiunterschiede und verschiedenen Ansichten kommt auch von Eder – doch überraschend – Lob für eine Landes-Maßnahme: Die aktive Bodenpolitik. Die Land-Invest bekommt im kommenden Budget zehn Millionen Euro für den Kauf von Grundstücken zur Verfügung gestellt. „Wir haben immer wieder gefordert, dass das Land Boden kauft und ihn Bauträgern zur Verfügung stellt“, so Eder, der in Bürmoos ein Projekt mit niedrigen Mieten umsetzen konnte. Nur 7,58 Euro pro Quadratmetermüssen dort als Miete bezahlt werden. Das Grundstück als Baurecht, keine Tiefgarage, kein Keller und niedrige Betriebskosten machen es möglich. „In der Stadt wird man das nicht erreichen. So realistisch muss man sein“, sagt der AK-Chef. Meist ist im urbanen Raum eine Tiefgarage notwendig und die treibt den Preis kräftig in die Höhe.

Neue Mietwohnungen sind so gut wie fertig
Die 16 Einheiten in Bürmoos sind nahezu fertiggestellt und bereits vergeben. In ungefähr einem Monat sind diese dann bezugsbereit und werden an die neuen Mieter übergeben – sowohl Junge als auch Alte kommen zum Zug.

Felix Roittner

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