09.10.2019 05:30 |

Experte rüttelt auf

„Bei 80% der Firmen hacke ich mich einfach ein“

Die Internetkriminalität nimmt immer mehr zu. Allein in den letzten acht Jahren gab es bei den angezeigten Fällen eine Steigerung um 460 (!) Prozent. Ein anerkannter IT-Experte aus der Steiermark sagt, dass es Hackern allzu leicht gemacht wird.

Patrick Pongratz ist 24 Jahre jung und ein großer IT-Experte. Zahlreiche Siege heimste Patrick in den letzten Jahren bei Hacker-Bewerben, etwa der Cyber-Challenge in der vergangenen Woche in Fürstenfeld, ein. Aber auch international räumte und räumt der Mitarbeiter eines global agierender Technologiekonzern mit Sitz in Wien zahlreiche Preise ab.

Daher ist es kein Wunder, dass es um das IT-Wunderkind ein richtiges „Gerangel“ gab. „Gut zehn Firmen haben bei mir angefragt, ich konnte mir den Arbeitsplatz also schon aussuchen“, sagt der Informatik-Student, der auch reihenweise Vorträge in Österreich hält. „Es gibt in unserem Land beim Thema Sicherheit im IT-Bereich genug zu tun.“

„Bei 80 Prozent kann ich mich ohne Probleme einhacken“
Wie viel, das beantwortet Patrick so: „Ohne ein Unternehmen namentlich zu nennen, aber bei 80 Prozent kann ich mich ohne Probleme einhacken.“ Nachsatz: „Aber es ist schon besser geworden, vor ein paar Jahren waren es sicher noch 90 Prozent.“

Auf Trojaner folgt die Bitcoin-Erpressung
Deshalb empfindet der junge Steirer, der in seiner Freizeit übrigens lieber wandern geht als vor dem Computer oder Handy zu sitzen, die angebotenen Sicherheitskonferenzen auch als enorm wichtig. Das Angebot steht aber offenbar über der Nachfrage. „Es sind halt leider sehr oft dieselben Betriebe vor Ort, die sich über die neuesten Sicherheitslücken informieren. Diejenigen, die es wirklich brauchen könnten, sind zumeist leider nicht dabei.“

Macht sich dann dennoch ein Virus im System breit, hilft die Wirtschaftskammer mit der Cyber-Security-Hotline (0800 888 133) aus. Attacken durch Verschlüsselungstrojaner folgen dort oftmals Bitcoin-Betrugsversuchen. Von Mitte 2017 bis Anfang 2019 gab es österreichweit 466 Anrufe bei der WKO: Kann das Problem von den Experten am Telefon nicht gelöst werden, so stehen in Österreich rund 50 Security-Unternehmen Gewehr bei Fuß.

Mitarbeiter sind die Schwachstelle
Die „Schwachstelle“ bei vielen Cyber-Angriffen ist logischerweise der Mitarbeiter, hier gibt Pongratz interessante Einblicke. „Mit Phishing-Mails kommt man am leichtesten bei einem Betrieb hinein. Derzeit sind sie richtig schlecht gemacht. Das hat den Sinn, dass sich die Mitarbeiter, die sich auskennen, erst gar nicht lange damit befassen und den Angriff der IT-Abteilung melden. Diejenigen, die sich gar nicht auskennen, öffnen ja auch die schlechten Mails.“

Alexander Petritsch
Alexander Petritsch
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