02.10.2019 13:30 |

13 Jahre Haft

Bluttat statt eines glücklichen neuen Lebens

Anfangs war es eine Affäre, es sollte daraus ein glücklicheres neues Leben werden. Doch als die 38-Jährige einen Rückzieher machte, brach die Welt des 48-Jährigen zusammen - ein wuchtiger Messerstich folgte. Die Tat in Zell am Ziller in Tirol wurde nun als Mordversuch gewertet.

Vor den Geschworenen nahm ein Lkw-Fahrer und vierfacher Familienvater Platz, der sich gerichtlich noch nie etwas zuschulden hatte kommen lassen. Die Affäre und dessen nahendes Ende warfen den in Innsbruck lebenden Serben dann völlig aus der Bahn.

„Er hatte eine aggressive Seite“
Der Reihe nach: Beim Kaffee lernte die Angestellte den Lieferanten kennen, der öfters mit dem Lkw kam. Es folgte eine etwa dreimonatige Beziehung, man schmiedete Zukunftspläne, vom Verlassen der beiden jeweiligen Partner war die Rede. „Dann habe ich gemerkt, dass er nicht der Mann ist, für den ich ihn anfangs gehalten habe. Er hatte eine aggressive Seite“, sagte die genesene, aber psychisch noch leidende 38-Jährige als Zeugin. Es kam zu unliebsamen Vorfällen. So soll er schon im Herbst des Vorjahres ein Messer genommen und gedroht haben, er werde sich umbringen, wenn die Beziehung scheitere.

Bei Feierabend stand er mit Auto plötzlich da
Die Frau ging auf Distanz, am 23. Dezember wollte er sie zur Rede stellen. Als sie Feierabend hatte, stand er plötzlich mit dem Auto da und fuhr ihr bis Zell in einer Art Katz-und-Maus-Spiel hinterher. Beim Aussteigen dann das Drama: Er soll ihr ein Schlachtermesser mit 25 Zentimeter Klingenlänge in die Brust gestoßen haben, mit großem Glück blieb es trotz tiefer Wunde bei einer Verletzung des Brustgewebes. „Der Brustraum wurde knapp nicht geöffnet“, präzisierte Gerichtsmediziner Walter Rabl. Im Schock rannte das Opfer ins WC des Hauses und verschanzte sich mit zwei Mitbewohnern (ihre beiden Schwäger).

Keiner kann sich mehr erinnern
Der Angeklagte verletzte sich selbst mit dem Messer an Hals und Armen, die anrückende Polizei forderte er auf, ihn zu erschießen. Eher ungewöhnlich: Das Opfer konnte nicht exakt sagen, wie es den Stich erlitten hatte. Rabl dazu: „In sehr emotionalen Situationen, mit Stress und Adrenalin, kann das vorkommen.“ Dem Serben fehlte angeblich die Erinnerung. Leise betonte er mehrfach, dass alles nicht auf diese Weise passiert sein könne. Das nicht rechtskräftige Urteil lautet auf Mordversuch und 13 Jahre Haft.

Andreas Moser
Andreas Moser
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