Zu vielen "wurscht"?

Parteien zittern vor Wählerstreik bei Landtagswahl

Steiermark
29.04.2010 00:08
Nur knapp 45 Prozent der Steirer sind am vergangenen Sonntag zur Präsidentenwahl gegangen - ein Protest, der sich gewaschen hat. Entsprechend alarmiert sind nun die Parteien - allen voran die SPÖ. Die Mobilisierung der Stammwähler will und will nicht glücken. Aber was läuft falsch, was ist zu tun? Antworten darauf liefert die Meinungsforschung.

Die katastrophale Wahlbeteiligung war ein Schuss vor den Bug - das wissen die Politspitzen. Wer seine eigene Klientel nicht an die Urnen bringt, hat schon so gut wie verloren. Zumal es im Herbst um jede Stimme geht, wie der Chef des Meinungsforschungsinstituts IMAS, Paul Eiselsberg, im Gespräch mit der "Steirerkrone" erklärt: "Sämtliche Erhebungen ergeben ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen. Das wird sich bis zum 26. September wohl nicht mehr ändern."

In dieser Zuspitzung sieht der Experte allerdings auch die Chance für die Großparteien, schließlich habe man bei der Bundespräsidentenwahl das Ergebnis schon vorhergesehen. "Das war nicht mehr spannend, viele sind zu Hause geblieben." Massive Mobilisierungsprobleme ortet er bei der SPÖ, insbesondere in den obersteirischen Industriegebieten.

"Da muss man emotionalisieren!"
Sozialdemokraten (im Bild oben Landeshauptmann Franz Voves) müssten Gegenwartsprobleme deutlicher ansprechen, auf Themen wie Arbeitsplätze, Zuwanderung oder Gesundheit setzen. "Da muss man emotionalisieren!" Sorgen bereiten dem IMAS-Chef die Jugendlichen: Sie fühlten sich von den Parteien nicht angesprochen, was sich in der Wahlbeteiligung zeige.

von Gerald Schwaiger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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