28.07.2019 08:00 |

Steirische Klimaretter

Diese Kinder fliegen auf Gemüse vom Nachbarn

Zucchini-Tiger statt Fleisch-Fresser: Florian Rottensteiner (38) und seine drei Söhne greifen lieber zum Bio-Gemüse aus Nachbars Garten als zur Discounter-Ware aus Wer-weiß-woher.

Spargel zu Weihnachten, Erdbeeren zu Ostern, Bananen und Mangos das ganze Jahr über: Automatisiertes Konsumieren statt bewusstes Einkaufen beschreibt heute die Mehrheit der Kunden. Doch das stets verfügbare Schlaraffenland kennt einen ganz großen Verlierer: das Klima. „Man weiß ja, dass der Transport per Flugzeug besonders klimaschädlich ist, daher haben wir Gemüse und Obst, das auf diesem Wege zu uns kommt, vom Speiseplan gestrichen“, erzählt Florian Rottensteiner aus Gratkorn.

Der Wirtschaftsinformatiker hat aber noch einen Grund, wieso er auf saisonalen und damit regionalen Einkauf Wert legt: Er ist für das Gedeihen seiner Kinder Paul (3), David (6) und Leo (7) verantwortlich. „Meine Frau und ich bemühen uns, unsere Söhne mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen, das ist ja das Normalste auf der Welt“, meint der 38-Jährige.

Für die Langsamkeit entschieden
Statt noch schnell, schnell am Nachhauseweg von der Arbeit den Einkauf beim Discounter zu erledigen, hat sich Rottensteiner bewusst für die Langsamkeit entschieden: „Jeden Montag besuche ich mit meinen Kindern den Biohof Harthopfer. Die paar Kilometer Anreise erledigen wir mit dem Rad, oder wir machen eine Erlebniswanderung inklusive Schwammerlsuche daraus“, sagt der gebürtige Osttiroler.

Sein Verlassen der Komfortzone tut nicht nur dem Klima gut: „Durch die Besuche bei unseren bäuerlichen Nachbarn lernen Leo, David und Paul auf einfache Weise, woher gute Lebensmittel kommen.“ Dass die Kinder das selbst „erbeutete“ Kraut dann auch noch gerne essen, freut den Vater besonders.

Bio-Gemüse für das Grazer Marienstüberl
Hinter der vitaminreichen und geschmacksintensiven Nachbarschaftshilfe stehen Martha und Johannes Stangl. Auch sie leben vor, was jeder einzelne im Kleinen verändern kann und werden so zu steirischen Klima-Rettern: Vom Brokkoli über Fenchel bis zur Zwiebel - ihr Biohof Harthopfer in Gratkorn gibt genug Gutes für alle her. „Eigentlich wollten wir nur uns selbst versorgen. Irgendwie wurde dann aber immer mehr daraus; deshalb verkaufen wir nun das, was an Zuviel da ist, weiter“, erzählen die beiden Umweltsystem-Wissenschaftler.

Vor allem die Fleischparadeiser lieben ihre Kunden, einkaufen kann man rund um die Uhr, sieben Tage die Woche: „Wir haben unseren Stand vor dem Haus aufgebaut, gewogen und bezahlt wird in Eigenregie“, erklärt Martha. Besonders sympathisch wie nachhaltig: Bleibt wirklich einmal etwas über, kommt es in die Küche des Grazer Marienstüberls.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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