18.07.2019 11:00 |

Kein Job wie andere

Telefonseelsorge sucht Helfer mit offenem Ohr

Es gibt viele kuriose Feiertage. Doch der Tag des Zuhörens am 18. Juli hat in Zeiten der Dauerkommunikation seine Berechtigung. Zuhören ist seit 40 Jahren Programm der Telefonseelsorge Innsbruck. Derzeit werden Ehrenamtliche gesucht. Im September startet die Ausbildung für einen Job, der besondere Fähigkeiten erfordert.

„Fordernd, aber auch sehr bereichernd.“ So lautet die knappe Jobbeschreibung von Astrid Höpperger. Seit 30 Jahren leitet sie die Telefonseelsorge Innsbruck und hat Hunderte Freiwillige bei ihrem Dienst am Menschen begleitet. Jedes Jahr bewältigen die Mitarbeiter rund 15.000 Anrufe unter der Notrufnummer 142. Rund um die Uhr und jeden Tag des Jahres sitzen die Telefonseelsorger an der Strippe und hören zu, wenn am anderen Ende der Leitung Einsamkeit, Verzweiflung, Enttäuschung aus einem Menschen spricht.

„Freuen uns über mehr Männer im Team“
„Derzeit haben wir rund 80 Ehrenamtliche - vor allem Frauen. Wir würden uns über ein paar Männer mehr im Team freuen. Und über jüngere Freiwillige um die 30, die sich leicht in die Gedanken- und Lebenswelten ihrer Generation einfühlen können“, erklärt Höpperger. Willkommen sei aber jede und jeder, der sich der Aufgabe gewachsen sieht.

Auf die Fragen nach den Voraussetzungen für Bewerber muss Höpperger nicht lange überlegen: „Vor allem sollte man mit sich im Reinen sein und nicht gerade selbst eine Krise durchmachen. Und man sollte regelmäßig Zeit haben. Um den Service rund um die Uhr anbieten zu können, brauchen wir unsere freiwilligen Helfer im Schnitt 15 Stunden im Monat.“

Belastbar, flexibel, stabil, lernfähig
Belastbar, flexibel, stabil, lernfähig - auch diese Begriffe fallen der Leiterin der Telefonseelsorge als wichtige Talente für ihre Mitarbeiter ein. Talente, die zum Glück viele Menschen mitbringen. Mehr als 300 Ehrenamtliche wurden seit der Gründung bei der Telefonseelsorge Innsbruck ausgebildet. Über neun Monate hinweg lernen die Freiwilligen in Kursen alles über das Zuhören, viel über sich selbst und das Leben. Mitte September beginnt die nächste Ausbildung. Noch sind einige Plätze dafür frei.

Hat die Telefonseelsorge Nachwuchssorgen? „Bisher nicht“, sagt Höpperger. Die Zahl der Anmeldungen schwanke von Jahr zu Jahr: „Einmal haben wir viele Anmeldungen, in einem anderen Jahr wenige. Uns ist wichtig, dass wir geeignete Leute für den Job finden.“ Diese werden bei der Telefonseelsorge zu Meistern des Zuhörens ausgebildet.

Wer sich für die Ausbildung bei der Telefonseelsorge Innsbruck interessiert, kann sich per E-Mail melden: telefonseelsorge@dibk.at

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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