15.07.2019 07:00 |

Auch Polizei staunt

„Houdini“: Nach Überfall auf kuriose Weise befreit

Kurioser geht es kaum: Mitte Juni spazierte ein Afghane (25) bei der Polizei Graz-Schmiedgasse mit Handschellen herein. Ein Mann habe ihn überfallen und gefesselt - durch Akrobatik konnte er sich aber befreien. Der nun ausgeforschte Verdächtige - ein Kroate (44) - sagt, er sei ein verdeckter Ermittler ...

In Handschellen kam der Afghane zur Polizei: Ein Mann habe ihn in seiner Wohnung überfallen, mit Kabelbindern an den Herd gefesselt, ihm Handschellen angelegt, Augen und Mund zugeklebt sowie ihn mit einer Pistole bedroht, schilderte er.

Ganz wollten ihm das die Ermittler der Grazer Raubgruppe nicht glauben und forderten ihn auf, die Befreiungsaktion vorzuführen. Tatsächlich entpuppte sich der Afghane als „Houdini“ (so hieß ein bekannter Entfesselungskünstler): Mit den Zehen öffnete er eine Lade, griff eine Schere, die er sich hinter dem Rücken in die gefesselten Hände reichte. Dann schnitt er die Kabelbinder durch.

Verdächtiger als „verdeckter Ermittler“
Seinen Peiniger will er nicht gekannt haben. Der wurde nun ausgeforscht. Doch auch die Version des verdächtigen Kroaten (44) klingt abenteuerlich: Er bezichtigt den Afghanen der Drogendealerei und sagt, er habe nur als verdeckter Ermittler agiert. Immerhin habe er in Kroatien eine Ausbildung zum Polizisten begonnen, die er aufgrund des Krieges abbrechen musste.

Kokain im Klo heruntergespült
Um den 25-Jährigen zu überführen, habe er zuerst nur kleinere Mengen Drogen bestellt. Schließlich orderte er eine größere Menge Kokain, um ihn der steirischen Polizei ausliefern zu können. In der Wohnung des Afghanen habe er sich dann als verdeckter Ermittler geoutet. Daraufhin sei ihm der vermeintliche Dealer ins Klo entwischt, wo er das ganze Kokain hinuntergespült habe.

Weil der Afghane ihn dann mit einem Messer bedroht habe, habe er ihm die Handschellen angelegt und ihn mit den Kabelbindern am Backofen gefesselt, ihm Mund und Augen zugeklebt. Mit einer Pistole will er ihm allerdings nie gedroht haben.

Der 44-jährige Kroate war übrigens schon eine Weile auf Entzug in der Nervenklinik. Ob seine Version stimmt, wird wohl das Gericht klären. 

Monika Krisper
Monika Krisper

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