10.07.2019 13:00 |

Kuhn beschuldigt

Sex-Übergriffe bei Tiroler Festspielen bestätigt

Knalleffekt bei den Tiroler Festspielen Erl! Das Prüfungsergebnis des Senats der Gleichbehandlungskommission liegt jetzt vor und hat es in sich. Es bestätigt, dass es bei den Tiroler Festspielen Erl sexuelle Übergriffe durch den inzwischen zurückgetretenen ehemaligen künstlerischen Leiter Gustav Kuhn gegeben hat.

Eine erste Entscheidung in der Causa Kuhn, dem Künstlerinnen 2018 in einem offenen Brief sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vorgeworfen haben, liegt jetzt am Tisch. Die außergerichtliche Prüfung des Senats der Gleichbehandlungskommission (GBK), für die sich nicht nur LR Beate Palfrader, sondern auch Festspiel-Präsident Hans Peter Haselsteiner ausgesprochen hatten, kam zu folgendem Ergebnis: „Der Senat I der GBK gelangt zur Ansicht, dass eine sexuelle Belästigung gemäß §6 Abs. 1 Z 1 GlBG durch die Tiroler Festspiele Erl Betriebsges.m.b.h. vorliegt.“

Es wird auch klargestellt, dass dies eine gutachterliche Feststellung sei und es sich im Sinne der Rechtssprechung nicht um einen Bescheid handle. Das heißt: Es gibt keinerlei rechtliche Konsequenzen.

Senat begrüßt Maßnahmen
Der Senat hat sich außerdem auch zu den von den Festspielen getroffenen Maßnahmen geäußert: „Der Senat begrüßt, dass die Antragsstellerin diese Maßnahmen (Einrichtung der Ombudsstelle, Erstellung des Code of Conduct, fristlose Entbindung von Herrn Prof. Dr. Kuhn von den Dirigaten und der Geschäftsführung) ergriffen hat.“

„Fürsorgepflicht gegenüber der Mitarbeiter ist wichtig“
„Das Prüfungsergebnis der Gleichbehandlungskommission zeigt, wie wichtig es für ein Unternehmen ist, die Fürsorgepflicht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber ernst zu nehmen. Als Kaufmännische Geschäftsführerin der Tiroler Festspiele Erl ist es mir ein größtes Anliegen, ein offenes und vertrauensvolles Arbeitsklima zu ermöglichen und zu fördern. Es ist mir wichtig, eine Struktur und eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Belästigungen und Machtmissbrauch jeglicher Art zukünftig vermeiden.“

Und Geschäftsführerin Natascha Müllauer weiter: „Betroffene müssen jederzeit die Möglichkeit haben, etwaige Belästigungen oder Grenzüberschreitungen zu thematisieren. Offenheit in der Kommunikation, Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Anliegen ernst nehmen sind für mich wesentliche Grundlagen dafür.“

Vorschlag: Aufsichtsrat
Die Tiroler Festspiele Erl waren am Dienstag auch Thema bei der Regierungssitzung. Es ging um das vorläufige Ergebnis der Überprüfung durch den Landesrechnungshof. Einmal mehr regt der Rechnungshof an, einen Aufsichtsrat zu installieren. Die Festspiele sind ja seit Sommer 2017 eine Gemeinnützige Stiftung. Allein Hans Peter Haselsteiner kann über die Einrichtung eines Aufsichtsrates entscheiden.

LR Beate Palfrader ist sicher, dass letztendlich ein Aufsichtsrat kommen wird. Nur Allheilmittel ist ein Aufsichtsrat auch nicht. Gustav Kuhn hatte – wie die „Tiroler Krone“ schon vor Wochen berichtete – das Heizöl für sein Privathaus über die Festspiele abgerechnet. Damals gab es noch einen Aufsichtsrat – reagiert hat der aber nicht!

Moni Brüggeller, Kronen Zeitung

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