Mitte Jänner wurde der 57-jährige Konzertpianist mit dem klingenden Namen Jonathan Sommerset Sutherland De M. erwischt, als er sich in einem Grazer Nobelhotel einbuchen wollte - mit der gesperrten Kreditkarte. Nicht zum ersten Mal, wenige Tage zuvor hatte er in einer anderen Luxus-Herberge logiert und "express" ausgecheckt. Die 850,84 Euro blieb er schuldig.
"Ganz schön viele Länder klopfen schon an, weil Sie dort teilweise das gleiche abgezogen haben", erklärt Richter Martin Wolf. "Warum machen Sie das?" Persönliche Probleme mit dem Kreditkartenunternehmen, so der Australier. "Seit 1992 versuchen die mein Leben zu zerstören." Es sei eine persönliche Schlacht. Wolf: "Also sind Sie der Rächer?" Ja, aber wie es ausschaue, könne er als kleiner Mensch da nichts ausrichten.
"Ich bin sehr anerkannt"
Dass er mit seinen Aktionen nur die Hotels schädigte, scheint an dem Pianisten vorbeigegangen zu sein. "Aber Klavierspielen können Sie wirklich?", interessierte Wolf. "Ja, ich bin sehr anerkannt." Staatsanwältin Sandra Berzkovics hält die angebliche Fehde für eine Märchengeschichte. Für den Verteidiger klingt sie "eigentümlich, aber nicht unrichtig".
Da die U-Haft angerechnet wird, ist der Australier am 14. Mai wieder frei. "Dann wird aber eine Reise in andere Länder beginnen..." Nämlich nach Deutschland, Holland oder die Schweiz - dort steht der Betrüger nämlich schon länger auf der Fahndungsliste.
von Eva Molitschnig ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.