20.06.2019 06:00 |

Schutzwand eingedrückt

Zug entgleist: Tiroler Familie entging Katastrophe

Haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist am Dienstagnachmittag eine Familie in Tirol. Direkt neben deren Haus entgleiste ein Güterzug. Teile der Lärmschutzwände und Steine wurden in den Garten bzw. auf die Terrasse geschleudert. Zum Glück war gerade niemand im Freien.

Das Trampolin, auf dem die beiden Kinder gerne herumhüpfen, ist komplett demoliert - der Garten total verwüstet. Teile von Lärmschutzwänden und Masten sowie Steine liegen auf der Wiese und vereinzelt auch auf der Terrasse. Die vierköpfige Familie, die im Haus direkt neben der Bahnstrecke wohnt, ist am Dienstag wahrlich nur knapp einer Tragödie entgangen.

Vater hörte „irrsinnigen Krach“
Gegen 14.45 Uhr waren am angrenzenden Bahnhof sechs Waggons eines Güterzuges entgleist und gegen die Schutzwände gekracht - während die genaue Ursache noch untersucht wird, denkt die betroffene Familie mit Schrecken an den Zwischenfall zurück. Der Vater hielt sich gerade im Keller auf, als er plötzlich einen „irrsinnigen Krach“ hörte und das ganze Haus zu vibrieren begann. Sofort lief er nach oben und sah dann die Spur der Verwüstung. Glück im Unglück: Während das Familienoberhaupt wohl seinen Augen nicht traute, war die Mutter mit den beiden Kindern am nahe gelegenen Badesee.

Mutter: „Erde bebte, als würden mehrere Panzer daherrauschen“
„Es war richtig unheimlich. Die Erde bebte, als würden der Reihe nach mehrere Panzer daherrauschen. Dann sahen wir plötzlich aus der Ferne, wie Staub aufgewirbelt wurde“, schildert die Mama im „Krone“-Gespräch und ergänzt: „Mein Mann hat mich dann angerufen und erzählt, was los ist. Nicht auszudenken, was da alles passieren hätte können, wenn wir daheim gewesen wären.“ 
Glück hatte auch der Opa, der gleich im Haus daneben wohnt. „Fünf Minuten vor dem Unfall saß er noch mit einigen Freunden auf seiner Terrasse“, erklärt die Mutter.

Strecke teils gesperrt
Nicht nur die beiden Gärten, sondern auch die Bahninfrastruktur wurde durch den Zwischenfall in Mitleidenschaft gezogen. Noch in der Nacht konnten ÖBB-Arbeiter erste Schäden beheben. Mittwochfrüh wurde der Zugverkehr zwischen Saalfelden und Kitzbühel wieder aufgenommen. Zwischen Kitzbühel und Wörgl bleibt die Sperre voraussichtlich noch bis Freitag in der Früh aufrecht. Es gibt hier einen Ersatzverkehr mit Bussen. Fernzüge werden teils über das „Deutsche Eck“ umgeleitet.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung/krone.at

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