24.05.2019 17:32 |

Erlöse zu niedrig

Steirische Milchbauern kämpfen ums Überleben

Am 1. Juni ist Weltmilchtag - und die Meldungen dazu sind nicht erbaulich: Seit 1999 mussten 59 Prozent der heimischen Bauern die Stalltür zumachen! Und die Abwärtsspirale ist nicht zu stoppen, solange es keinen Wandel gibt - denn die Produktionskosten steigen viel schneller als die Erlöse. Die Bauern wünschen sich mehr Wertschöpfung und den Schulterschluss mit Gastronomie und Tourismus.

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Die Kosten für Tierwohl (ein ausdrücklicher Konsumentenwunsch) und die Produktion steigen, die Milchpreise nicht. Es kommt von dem, was Milch im Handel kostet, auch nur ein Bruchteil beim Bauern an. Die Wertschöpfung müsse steigen, lautet die Forderung von Kammer und Agrarlandesrat. Eine generelle Zahl könne man nicht nennen, 34 Cent sind es derzeit pro Liter im Schnitt.

Unsere Almen sind nicht Norddeutschland
Das könne sich für einen norddeutschen Betrieb mit 2000 Kühen im Flachland vielleicht rentieren, meinte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher. „Während für einen Bergbauern, der unter schwierigsten Bedingungen arbeiten muss und dementsprechend auch höhere Kosten hat, 80 Cent auch zu wenig sein können.“

Mehr Tierwohl (die Berglandmilch zahlt übrigens ab 1. Juli einen Bonus dafür), kein Genfutter, Wasser in Trinkwasserqualität - das wäre im Ausland vielfach alles andere als selbstverständlich und müsse sich auch in der Kennzeichnung besser niederschlagen, lautet die Forderung der Granden.

Außerdem lebe der Tourismus von den Almen (die es ohne Weidewirtschaft so nicht gäbe) - man wünsche sich also auch einen Schulterschluss von Tourismus und Gastronomie, „die voll hinter unserer Produktion stehen müssten“.

Der Landesrat wird grantig
Landesrat Hans Seitinger wird auch richtig grantig, wenn bei einigen Cent Preiserhöhung ein Aufschrei kommt. „Bei uns macht der Anteil der Lebensmittel an Haushaltsausgaben acht Prozent aus. Das ist niedrig. Italien hat 18, Frankreich auch deutlich mehr! Wertvolle Produkte zu billigsten Preisen, das geht nicht.“

Die Molkereien wiederum punkten mit vielfach ausgezeichnetem Käse, der in großen Mengen auch vom Ausland gekauft wird, sowie von innovativen Produkten - es lohnt sich, die Angebotspalette zu durchforsten.

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