Sa, 15. Juni 2019
24.05.2019 17:32

Erlöse zu niedrig

Steirische Milchbauern kämpfen ums Überleben

Am 1. Juni ist Weltmilchtag - und die Meldungen dazu sind nicht erbaulich: Seit 1999 mussten 59 Prozent der heimischen Bauern die Stalltür zumachen! Und die Abwärtsspirale ist nicht zu stoppen, solange es keinen Wandel gibt - denn die Produktionskosten steigen viel schneller als die Erlöse. Die Bauern wünschen sich mehr Wertschöpfung und den Schulterschluss mit Gastronomie und Tourismus.

Die Kosten für Tierwohl (ein ausdrücklicher Konsumentenwunsch) und die Produktion steigen, die Milchpreise nicht. Es kommt von dem, was Milch im Handel kostet, auch nur ein Bruchteil beim Bauern an. Die Wertschöpfung müsse steigen, lautet die Forderung von Kammer und Agrarlandesrat. Eine generelle Zahl könne man nicht nennen, 34 Cent sind es derzeit pro Liter im Schnitt.

Unsere Almen sind nicht Norddeutschland
Das könne sich für einen norddeutschen Betrieb mit 2000 Kühen im Flachland vielleicht rentieren, meinte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher. „Während für einen Bergbauern, der unter schwierigsten Bedingungen arbeiten muss und dementsprechend auch höhere Kosten hat, 80 Cent auch zu wenig sein können.“

Mehr Tierwohl (die Berglandmilch zahlt übrigens ab 1. Juli einen Bonus dafür), kein Genfutter, Wasser in Trinkwasserqualität - das wäre im Ausland vielfach alles andere als selbstverständlich und müsse sich auch in der Kennzeichnung besser niederschlagen, lautet die Forderung der Granden.

Außerdem lebe der Tourismus von den Almen (die es ohne Weidewirtschaft so nicht gäbe) - man wünsche sich also auch einen Schulterschluss von Tourismus und Gastronomie, „die voll hinter unserer Produktion stehen müssten“.

Der Landesrat wird grantig
Landesrat Hans Seitinger wird auch richtig grantig, wenn bei einigen Cent Preiserhöhung ein Aufschrei kommt. „Bei uns macht der Anteil der Lebensmittel an Haushaltsausgaben acht Prozent aus. Das ist niedrig. Italien hat 18, Frankreich auch deutlich mehr! Wertvolle Produkte zu billigsten Preisen, das geht nicht.“

Die Molkereien wiederum punkten mit vielfach ausgezeichnetem Käse, der in großen Mengen auch vom Ausland gekauft wird, sowie von innovativen Produkten - es lohnt sich, die Angebotspalette zu durchforsten.

Christa Bluemel
Christa Bluemel

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Finalsieg vs. Südkorea
Ukraine krönt sich erstmals zum U20-Weltmeister
Fußball International
Im Alter von 88 Jahren
Architekt Wilhelm Holzbauer ist gestorben
Österreich
Fünf Jahre danach
Ribery: „Es ist die größte Ungerechtigkeit!“
Fußball International
Kein Fremdverschulden!
Österreicher (47) lag tot in Hotelsuite im Kosovo
Oberösterreich
Frauen-Fußball-WM
Europameister Niederlande im Achtelfinale
Fußball International
Gluthitze, Gelsen usw.
Österreich droht ein Wetter-Sommer der Extreme
Österreich
Steiermark Wetter
19° / 29°
leichter Regen
19° / 31°
bedeckt
19° / 29°
leichter Regen
22° / 33°
stark bewölkt
20° / 29°
leichter Regen

Newsletter