13.05.2019 06:00 |

Schüler frustriert

Mathe-Matura bekommt ein „Nicht Genügend“

Schüler aus Salzburg sind verzweifelt: Nach der schwer machbaren Mathe-Matura im Vorjahr – jeder Fünfte hat damals einen „Fleck“ bekommen – waren auch heuer die Aufgaben speziell in Teil 2 komplett unverständlich formuliert. Eine verärgerte AHS-Lehrerin zur „Krone“: „Warum muss man Kinder dermaßen quälen?“

„Die Mathe-Matura war total bescheuert. Vor allem im zweiten Teil wusste ich gar nicht, was ich machen sollte. Die Angaben waren viel zu lange“, erzählt eine Gymnasiastin aus dem Pinzgau der „Krone“. Eine Mitschülerin brach nach der Matura vergangenen Mittwoch sogar in Tränen aus. Eine Einser-Schülerin aus dem Ursulinen-Gymnasium in der Stadt Salzburg spricht von einem „eigenartigen und bösartigen Teil 2“.

Das Angstfach bei der Zentralmatura scheint immer mehr zur Panikhürde zu mutieren. „Die Angaben waren absurd und blöd formuliert. Vor allem das letzte Beispiel war idiotisch“, bestätigt auch eine Salzburger Mathematikprofessorin.

Teil 2 war nur für die Wenigsten machbar
„Ich bin Lehrerin aus Leidenschaft, unterrichte auch nach vielen Berufsjahren noch immer liebend gerne Mathematik. Doch es tut mir im Herzen weh, wie frustriert die Kinder, die wirklich viel gelernt haben, teilweise waren. “

Sie ist sich dennoch sicher, dass heuer mehr durchgekommen sind als im Jahr davor, da die Aufgaben zu Grundkompetenzen im ersten Teil der Reifeprüfung machbar waren. 16 von 28 Punkten mussten erreicht werden, um positiv zu sein. Die Punkte schafft man allein durch Teil 1. Die vier anspruchsvolleren Aufgaben in Teil 2 hingegen waren für den Großteil kaum lösbar. Sogar einige Einserschüler seien daran verzweifelt. Das Ergebnis in einer Klasse: acht „Nicht Genügend“ bei nur einem „Sehr gut“ und vielen „Genügend“, wie die Lehrerin verrät. Zum Lösen der Aufgaben waren 270 Minuten vorgesehen.

„Ergebnis darf nicht schöngeredet werden“
„Das System ist nicht fair für all jene Schüler, die seit Jänner lernen. Hätten sie sich nicht in diesem Maße vorbereitet, hätten sie genauso abgeschnitten.“ Die Professorin übt auch Kritik an dem geheuchelten Entgegenkommen nach dem katastrophalen Ergebnis 2018, dass für einige Beispiele auch halbe Punkte vergeben werden. „Das war nur bei zwei Aufgaben so.“

Sie befürchtet nun, dass der öffentliche Tenor lautet, es sei eh alles super gelaufen, da es weniger Fünfer gibt als im Vorjahr. Vor allem haben Schüler mit einer negativen Note noch die Möglichkeit, zur Kompensationsprüfung anzutreten und sich zu verbessern. „Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Aufgaben völlig unverständlich waren und es sehr viele ,Genügend’ gibt.“

Der heutige Montag steht ganz im Zeichen von Latein und Griechisch. Abgeschlossen wird die Zentralmatura morgen mit Italienisch.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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