10.05.2019 07:00 |

Politik bremst

Sturm will eigene Arena: Stadion spaltet Graz

Sturm Graz will die Merkur-Arena nur für sich. Die Politik ist gegen eine Total-Übernahme. Viele Fans sind sich einig:„Sturm braucht eine Heimat!“, oder „Sturmstadion Liebenau!“ Diese Slogans, etwa an Hauswände gepickt, liest man aktuell oft in Graz. Wir haben bei den Sturm- und GAK-Bossen und bei der Politik nachgefragt…

Der Hintergrund: Sturm will das Stadion in Liebenau, die Merkur-Arena, für sich allein nutzen. Problem: Das Stadion gehört der Stadt. Und mit dem GAK, der ausgerechnet am Wochenende seine Rückkehr auf Bundesliga-Ebene feiern könnte, bespielt das Stadion (neben der eigentlichen Heimat der roten Grazer Fußball-Fraktion in Graz-Weinzödl) auch ein zweiter Verein. Wie geht’s in der strittigen Causa weiter, was ist in den letzten Tagen passiert? Die „Krone“ hat bei allen Parteien nachgefragt.

Sturm-Präsident: „Ohne die Gruabn wäre Sturm jetzt nicht Sturm“
Feuer und Flamme für ein eigenes Stadion ist Sturm-Boss Christian Jauk. „Wir sind ein Mitgliederverein und wollen auch einer bleiben. Da braucht’s aus ökonomischer Sicht eine Heimat. Ohne einst die Gruabn wäre Sturm nicht zu Sturm geworden.“

Und weiter: „Im deutschsprachigen Raum gibt es kein Beispiel mehr, wo mehrere Vereine im selben Stadion spielen. Jeder vermarktet sein Stadion selbst. Die Kosten sind durch weniger Bürokratie geringer“, so Jauk, der „Platzprobleme“ ortet. „In den 1970ern gab es fünf Stadien in Graz mit einer Kapazität von 10.000. Seither ist Graz gewachsen. Nachwuchsarbeit, Damenfußball, das braucht Infrastruktur“, so Jauk, der das Stadion als Motor sieht.

„Sturm zahlt jedes Jahr sieben Millionen Euro Abgaben an die öffentliche Hand. Zusätzlich würden wireinen Millionenbeitrag leisten, wenn wir Bau- und Pacht-Recht für Liebenau bekämen. Wir wollen etwas für das Gemeinwohl tun!“

GAK-Boss: „Zweite Arena ist Utopie“
GAK-Präsident Harald Rannegger versteht Sturms Pochen auf eine Solo-Lösung. „Sturm hat mit der Teilung einen Wettbewerbsnachteil. Die ständige Umgestaltung oder die Tatsache, dassvon der Ausschank nichts überbleibt, machen ein geteiltes Stadion nicht einfach. Aber Liebenau wurde mit Steuergeld gebaut - es wäre den Wählern schwer zu erklären, wenn die Stadt das Stadion herschenkt.“

Außerdem muss Rannegger auf den GAK schauen. „Wir haben die Möglichkeit nach Liebenau auszuweichen, sollte das notwendig sein. Diese Chance wäre weg. Zwei große Stadien halte ich für eine Utopie.Eine neue Arena in Weinzödl ist aus mehreren Gründen unrealistisch.Zum Vergleich: Wir arbeiten dort seit 2017 an einem Tribünenbau. Wie lange würde ein neues Stadion brauchen?“ Was es braucht? „Einen runden Tisch!“

Grazer Sportstadtrat: „Euphorie bremsen“
Der Grazer Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) macht Sturm wenig Hoffnung. Hohensinner: „Die Übernahme des Stadions durch Sturm ist eine Idee des Vereins. Der SK Sturm ist herzlich eingeladen, mit dieser Idee einmal auf ein Gespräch zu uns zu kommen.“

Hohensinner stellt aber auch klar: „Wir möchten die Euphorie bremsen. Es gibt eine Faktenlage, die eine Übernahme schwer bis unmöglich macht. Man muss die Rechnung immer mit zwei Vereinen machen, Sturm und GAK. Denn wir wissen ja, dass beide die Merkur-Arena für die Liga-Lizensierungen brauchen.

Hohensinner erinnertan die massiven Investitionen von Stadt und Land in den letzten Jahren. “13 Millionen Euro sind geflossen, um das Stadion auf Vordermann zu bringen."

Georg Kallinger
Georg Kallinger
Gerald Richter
Gerald Richter
Michael Gratzer
Michael Gratzer
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