25.04.2019 09:00 |

Wetterphänomen

Tiroler Freud und Leid mit dem starken Föhn

Seit Tagen fegt er nahezu durch ganz Tirol: der Föhn! Während sich manche Tiroler über die teilweise starken Föhnwinde freuen, da sie meistens für gutes Wetter sorgen, setzt er den anderen körperlich regelrecht zu und sorgt außerdem für umgestürzte Bäume und Co. Auch beim Bau von Häusern spielt der Föhn eine Rolle.

Kaum ein Wetterphänomen wird so mit Tirol, insbesondere mit Innsbruck, assoziiert wie der Föhn. Jeder einzelne, der hier wohnt, kennt die Windböen und vor allem das Gefühl, wenn sie einem um die Ohren wehen und dabei die Haare völlig durcheinander wirbeln.

Druckdifferenz zwischen Gebirgsseiten als Auslöser
Doch wie entsteht der Föhn und warum tobt er sich besonders gern in Tirol aus? „Die Föhnwinde entstehen durch eine Druckdifferenz zwischen zwei Gebirgsseiten. Die Gebirge stellen eine Trennung dar. Es kann passieren, dass auf der einen Seite wärmere Luftmassen mit einem tieferen Luftdruck und auf der anderen Seite kältere Luftmassen mit einem höheren Luftdruck herrschen. Die Atmosphäre will diese Unterschiede ausgleichen, daher entstehen diese Winde“, erklärt Alexander Radlherr von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck.

Der Föhn ist ein Fallwind. Er stürzt durch tiefen Druck hinunter ins Tal. „Es ist genau dieser Fallwind, der für die kräftigen Böen sorgt“, fügt Radlherr hinzu. Besonders stark sei der Föhn dort, wo tiefe Einschnitte im Gebirgskamm sind, wie zum Beispiel im Wipptal. „Dort tut sich der Wind am leichtesten, von Süden nach Norden zu fließen. Und da Innsbruck am Ausgang des Wipptales liegt, haben wir auch im Schnitt 45 Föhntage im Jahr“, weiß Radlherr.

Stärkere Konstruktionen von Dachstühlen nötig
Trotz der Häufigkeit des Föhns sind in der Tiroler Bauverordnung keine eigenen Föhngemeinden mit bestimmten Vorgaben aufgelistet. Dennoch spielen die Windböen beim Bau von Eigenheimen eine Rolle.

„Bei jedem Bau führt ein Statiker umfangreiche Bemessungen durch. In Orten, in denen oft starker Wind weht, sind stärkere Konstruktionen von Dachstühlen notwendig. Diese Werte gibt der Statiker vor “, sagt Gerhard Strigl von der Abteilung Allgemeine Bauangelegenheiten des Landes Tirol.

„Sind an Föhntagen deutlich mehr gefordert“
Dass der Föhn auch Auswirkungen auf den Körper und die Seele hat, erklärt Medizinier Christian Schubert - siehe Interview. Diesen Eindruck hat auch Stefan Leuthold, Pannenfahrer beim ÖAMTC: „An Föhntagen sind die Fahrzeuglenker gerne durch den Wind. Sie sperren etwa den Wagen zu und vergessen den Schlüssel im Inneren oder fahren gegen den Randstein. Wir stehen öfter im Einsatz.“

Noch bis Freitag Mittag fegt der Föhn durch das gesamte Land. Dann sorgt eine Kaltfront dafür, dass er einstürzt. Bis dahin heißt es somit also durchhalten!

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