Mo, 22. April 2019
10.04.2019 10:00

Weniger Abhängigkeit

Grazer Team analysiert Gefahren bei GPS und Co.

Navigationssysteme sind mittlerweile überall zu finden. Die Möglichkeiten und somit auch die Gefahren gehen aber weit über das klassische GPS (Positionsbestimmungs-System) im Auto hinaus. Besonders vor gezielten Störungen müsse man sich schützen. Ein Grazer Projekt analysiert neue Bedrohungen für die Systeme.

Die eigene Position und die Navigation sollen sie anzeigen und uns den Alltag und vor allem die Fahrt erleichtern: Sogenannte globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) werden heutzutage oft und vielseitig eingesetzt. Sie sind aber weitaus mehr als nur Google Maps und Co. Zu diesen Systemen gehören etwa das bekannte amerikanische System GPS, aber auch das europäische Galileo oder das chinesische Beidou. „Viele Menschen denken, beim Ausfall des GPS müssten sie nur auf ihr Navi verzichten und einfach die Straßenkarte oder den Stadtplan zur Hand nehmen“, sagt Jürgen Pretsch von der Universität Graz.

Mehr als Navi
Dabei geht es aber um wesentlich mehr. Tatsächlich ist ein GNSS-Empfänger heute in jedem Smartphone eingebaut. Oft sei das GNSS für uns unsichtbar, aber dennoch in vielen Situationen relevant, sagt der Experte. „Unter anderem dient es als Zeitgeber im Bereich Mobilkommunikation oder Energieversorgung.“ Außerdem bildet es einen wichtigen Teil für Anwendungen im Bereich Logistik, automatisierte Systeme in Landwirtschaft, aber auch im Flugverkehr oder in der Schiffahrt.

Projekt analysiert Gefahren
Gemeinsam mit Joanneum Research steht Pretsch hinter dem Projekt „Be-Aware“. Das steirische Team arbeitet an einem umfassenden Überblick über die kritischen GNSS-Infrastrukturen in Österreich, inklusive Bundesheer und Innenministerium. Laut Roman Lesjak vom Joanneum Research ginge es bei dem Projekt darum, das sensible Thema der GNSS-Bedrohungsarten für Österreich zu analysieren. Durch geplante Angriffe kann ein solches System schnell ausfallen. Beim sogenannten Jamming wird etwa gezielt ein Störsignal ausgesendet.

Der Experte beruhigt aber: „Prinzipiell ist Österreichs Infrastruktur mit mehreren Systemen gut gesichert. Unser Projekt versucht zu erarbeiten, welche Infrastruktur dennoch gefährdet sein könnte durch einen entsprechenden Vorfall“, sagt Jürgen Pretsch. Demnach könnten direkte Folgen etwa ein vorübergehender Ausfall von Elektrizität oder Mobilnetzen sein.

Aufklärungsarbeit
Sensibilisierung notwendig. Um im Ernstfall trotzdem gewappnet zu sein, braucht es laut dem Grazer Forschungsteam Aufklärungsarbeit. Das sei notwendig, „um zu vermeiden, dass bei dem Ausfall eines solchen Systems - und damit verbundenen potenziellen Konsequenzen - Panik oder Verunsicherung entsteht“, sagt Pretsch. „Wichtig ist für uns: Information anstatt Verunsicherung.“

Abhängigkeit reduzieren
Im Rahmen des Projekts ist ebenfalls eine groß angelegte Einsatzübung mit entsprechenden Ausfallszenarien geplant. Projekte und Forschungen wie diese sollen die nötigen Informationen liefern, um Vorkehrungen gegen die potenziellen Gefahren zu treffen und Schäden möglichst gering halten zu können. Wichtig sei vor allem, die Bürger zu sensibilisieren. Es brauche Systeme, die im Notfall zum Einsatz kommen und so die Abhängigkeit von GNSS reduzieren.

Marco Steurer
Marco Steurer

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