08.04.2019 20:56 |

Freude über Cineplexx

Popcorn! Ab 2020 hat Weiz endlich wieder ein Kino

Wer hätte das gedacht, in Zeiten von Netflix und Riesen-Flachbildschirmen: Weiz bekommt nach 16 Jahren Durststrecke wieder ein Kino! Zwei Jahre nach dem Auftauchen erster Gerüchte präsentierten die Stadt und ihre Partner jetzt das geplante „Stadtparkquartier“, das im Herbst 2020 mitten im Zentrum eröffnen soll. Kritik kommt von den Diesel-Brüdern, die im nahen Gleisdorf ein Kino betreiben.

Es soll in der Bezirkshauptstadt ein weiterer Impuls für mehr Lebensqualität werden. Nicht irgendwo in der Peripherie, sondern mitten in der Stadt. „Wir hatten beim Handel und bei der Unterhaltung einen Aufholbedarf“, erläuterte Bürgermeister Erwin Eggenreich (SPÖ) sein Interesse. Mit den bereits in Bau befindlichen Ansiedlungen von H&M und Jufa sei schon einiges gelungen.

Mit der Ortsdurchfahrt entsteht derzeit die Straßen-Kapazität, um einen weiteren Publikumsmagneten ins Zentrum zu holen. Der Projektentwickler Rupert Heuberger-Vögl aus Floing hat der Stadt die Gründe des ehemaligen Bauhofs abgekauft und ein „Stadtparkquartier“ entworfen, in das er mit Hilfe einer Banken-Finanzierung 17,5 Millionen Euro investiert.

Fünf Kinosäle mit 750 Plätzen
Am Montag präsentierte Heuberger-Vögl seine beiden Hauptpartner für das künftige Quartier: Im Erdgeschoss entsteht der erste Lidl-Supermarkt von Weiz; darüber baut die Kinokette Cineplexx fünf Vorführ-Säle mit 750 Sitzplätzen. Etwa 40 Arbeitsplätze dürften so neu geschaffen werden, wobei ein ambitionierter Gastronom noch gesucht wird.

Weiters im Programm: 211 Tiefgaragen-Plätze und 113 Parkplätze zu ebener Erde, ein 2500 Quadratmeter großer Park im Bereich hinter dem Volkshaus - und 15 neue Wohnungen an der Franz-Pichler-Straße.

Versuchung des Stadtrands widerstanden
Auch der aus Weiz stammende Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, der als Regionen-Referent viel zum derzeitigen Bau-Boom in seiner alten Heimat beigetragen hat, hat seine Freude mit dem Stadtparkquartier: „Zu meiner Zeit als Gemeinderat ist immer wieder die Versuchung aufgetaucht, irgendwo am Stadtrand etwas hinzubauen. Jetzt haben wir mit der Ortsdurchfahrt eine Rahmenbedingung geschaffen, dass im Zentrum etwas Neues entstehen kann.“

„James Bond“ kommt zu früh
Baustart ist im Mai; fertig sein soll das Großvorhaben Ende Oktober 2020. „Der nächste James Bond kommt zu früh für Weiz“, scherzte Cineplexx-Geschäftsführer Christopf Papousek am Montag. „Avatar II“ hingegen könnte sich ausgehen.

Heftige Kritik aus Gleisdorf
Wenig Freude mit den Weizer Kino-Plänen haben die Diesel-Brüder Ernst, Wolfgang und Andreas, die nur 17 Kilometer entfernt das beliebte Gleisdorfer Dieselkino betreiben. Sie orten bei der Konkurrenz in der Bezirkshauptstadt unerlaubte Fördermethoden der Gemeinde.

Laut einem Brief der Diesel-Anwälte will Weiz seinem neuen Cineplexx mit 50.000 Euro unter die Arme greifen, sollte es weniger als 130.000 Besucher im Jahr geben. Der Besucher-Wert 130.000 sei aber unrealistisch. Im Weizer Einzugsgebiet würden 30.000 Menschen leben, das bringe maximal 50.000 Gäste.

Dem widerspricht Cineplexx-Chef Christof Papousek, der von einem größeren Einzugsgebiet (etwa 70.000 Personen) spricht. Der Weizer Bürgermeister Erwin Eggenreich nennt prinzipiell keine Zahlen zur Wirtschaftsförderung, die in nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzungen behandelt wird. Er betont aber, Geld in die Hand nehmen zu müssen, um Investitionen zu ermöglichen, die mehr Lebensqualität und Attraktivität bringen.

Versteckte Subvention?
Ein weiterer Anwurf der Diesel-Anwälte: Weiz kaufe dem Stadtparkquartier 100 Garagen-Plätze um 750.000 Euro ab, das sei eine versteckte Subvention. Eggenreich bestätigt auch diese Zahl nicht, entgegnet aber: „Wir brauchen Parkplätze wie einen Bissen Brot. Und wir zahlen sicher nicht zu viel.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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