Fr, 19. April 2019
22.03.2019 09:00

Jahresbilanz 2018

Alarm: In Tirol gibt es zu wenige Zivildiener!

Sie zählen zweifellos zu den stillen Helden in Tirol: die Zivildiener! Insgesamt 1307 waren im Vorjahr bei diversen Einrichtungen tätig, gestern wurde der Tiroler Zivildiener des Jahres 2018 gekürt. Doch alarmierend ist: Die Zahl der Zivildiener ist rückläufig, was mit den geburtenschwachen Jahrgängen in Verbindung steht.

Männliche österreichische Staatsbürger stehen ab dem 18. Lebensjahr vor der Entscheidung, sich für den Wehrdienst oder den Zivildienst zu verpflichten. Doch die Zahl der für den Wehrdienst Untauglichen ist derzeit hoch: So war 2018 österreichweit jeder Vierte betroffen - und zwar wegen körperlicher und psychischer Erkrankungen.

2,2 % weniger Zivildiener als 2017
Das müsste eigentlich einen Zuwachs bei Zivildienern bedeuten, doch Fehlanzeige! Denn hier ist ein akuter Mangel zu verzeichnen: Bundesweit waren im Vorjahr 14.591 Zivildiener tätig - das sind um 2,2 % weniger als 2017. Die Einrichtungen hätten allerdings einen Bedarf von 16.301 Zivildienern gehabt - dieser ist im Vergleich zu 2017 um 1,3 % gestiegen. Somit konnten 89 % des Bedarfs gedeckt werden.

Grund für den Rückgang sind vor allem die derzeit geburtenschwachen Jahrgänge. Gab es 2010 noch 39.600 taugliche Wehrpflichtige, waren es 2018 nur 30.780 - um knapp 25 % weniger. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, brachte Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) im November 2018 eine Novelle des Zivildienstgesetzes auf Schiene - siehe Interview.

207 anerkannte Einrichtungen in Tirol
Wie sieht die Situation in Tirol aus? 2018 gab es insgesamt 1307 Zivildiener, benötigt hätten die Einrichtungen allerdings 1429. Die Bedarfsdeckung lag somit bei 91,5 %. Vor zwei Jahren waren es noch 1329 Zivildiener bei einem Bedarf von 1418. Da lag die Auslastung bei 93,7 %. Die Zahl der Zivildiener ist somit innerhalb eines Jahres um 1,7 % zurückgegangen.

Die Zahl der anerkannten Zivi-Einrichtungen lag im Vorjahr bei 207. Zu den bevorzugten Bereichen zählten etwa das Rettungswesen mit 550 Zivildienern, die Behindertenhilfe mit 252 und die Altenbetreuung mit 218 - siehe Grafik links. Im Mai wird Österreichs Zivildiener des Jahres 2018 gekürt. Hierfür müssen zunächst die besten Zivildiener in den Bundesländern ausgewählt werden. In Tirol wurde dieser gestern gekürt - und zwar von der Staatssekretärin höchstpersönlich.

Tirols Zivildiener 2018 kommt aus Innsbruck
Über den Titel freuen darf sich Leander Örley (20), der sehbehinderte und blinde Kinder im täglichen Schulleben unterstützt. „Diese Arbeit macht mir sehr Spaß, ich freue mich über die Auszeichnung“, war er gerührt. Vielleicht räumt er sogar noch den Bundestitel ab.

Große Freude an seiner Zivi-Tätigkeit bei den Johannitern hat auch Maximilian Obermeier (19). „Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ich keine Lust darauf hatte, beim Bundesheer herumkommandiert zu werden. Außerdem verdient man mehr Geld als beim Militär“, schildert er. Der 19-Jährige hadert lediglich mit den Arbeitszeiten: „Ich beginne um 6.30 Uhr, das frühe Aufstehen fällt mir ein wenig schwer.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
Claus Meinert
Claus Meinert

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