Sa, 16. Februar 2019
13.02.2019 10:26

Nach Urteil für Guzman

Das ist der neue starke Mann im Sinaloa-Kartell

Die Verurteilung von Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman wird nach Ansicht von Experten dem mexikanischen Sinaloa-Kartell keinen großen Schaden zufügen. Die kriminelle Organisation sei so wichtig, dass sie den Verlust eines bekannten Mitglieds gut verkraften könne, sagt Javier Oliva, Analyst für Sicherheitsthemen von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Guzmans Nachfolger sei längst im Amt und leite die Geschäfte erfolgreich.

Die Präsenz des Kartells sei ungebrochen, so Oliva zur Deutschen Presse-Agentur. Laut dem nationalen Bericht der US-Strafverfolgungsbehörde für Drogendelikte aus dem vergangenen Jahr hält das Sinaloa-Kartell immer noch den größten Anteil am Drogengeschäft in den Vereinigten Staaten.

Neuer starker Mann in Sinaloa
Wenig überraschend rückte nur kurz nach Guzmans Verhaftung jemand an die Spitze des Kartells nach. Ismael „El Mayo“ Zambada Garcia ist der neue starke Mann im Bundesstaat Sinaloa. Der nunmehr 71-jährige Mexikaner gründete 1989 gemeinsam mit „El Chapo“ das Kartell. Er soll bereits mit 16 Jahren in den Drogenhandel eingestiegen sein. Zwar wurde durch ein Gericht in Washington schon vor seinem „Amtsantritt“ ein Urteil in Abwesenheit ausgesprochen, das Innere einer Gefängniszelle hat er im Gegensatz zu seinem Vorgänger jedoch noch nicht gesehen. Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, belohnen die USA mit bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,4 Millionen Euro).

„El Mayo“ wurde von den mexikanischen Behörden schon 2003 als „Drogenboss Nummer 1“ bezeichnet. Ein Jahr später übernahm er das erfolgreichste Kartell und führt es seither an. Konkurrenz bekommt die Organisation vor allem in den USA vonseiten des Kartells Jalisco Nueva Generacion (CJNG), das dem Syndikat auch in Mexiko immer mehr Druck macht.

Keine finanziellen Einbußen für Sinaloa-Kartell
CJNG, das 2010 aus dem Sinaloa-Kartell hervorging, versuche, die Organisation aus Sinaloa weiter zu verdrängen und mehr Macht zu bekommen, sagt Raul Benitez Manaut, der sich ebenfalls an der UNAM mit Sicherheitsthemen beschäftigt. Das Sinaloa-Kartell sei jedoch nach wie vor stark, da es weder in den USA noch in Mexiko finanzielle Einbußen habe.

Da „El Chapo“ und andere bedeutende Drogenbosse entweder inhaftiert oder getötet worden seien, würden die Strukturen der organisierten Kriminalität in Mexiko immer mehr fragmentiert, erklärte die Nichtregierungsorganisation InSight Crime, die sich mit Kartellen in Lateinamerika befasst. Die Zeit der Monopolstellung einzelner Organisationen sei vorbei.

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