Sa, 15. Dezember 2018

Drei Grad mehr

03.12.2018 08:00

Klimawandel trifft die Steiermark mit voller Wucht

Die Klimakonferenz in Kattowitz hat begonnen - und speziell die Steiermark hat in punkto Klimaschutz noch Nachholbedarf! Das zeigte die „Krone“ anhand von aktuellem Zahlenmaterial auf (siehe hier). Zu dieser Einschätzung kommt aber auch der renommierte Forscher Gottfried Kirchengast vom Wegener Center der Uni Graz.

Für Gottfried Kirchengast ist noch viel zu tun: „In der Steiermark gibt es zwar eine vernünftige Klima-Strategie bis 2030, doch es bereitet mir Sorge, wie sich die Emissionen entwickeln. Was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft, gibt es bedauerlicherweise eine Seitwärtsentwicklung und keinen klaren Rückgang“, betont der Forscher. „Beim Klimaschutz haben wir die notwendigen Ziele also bei Weitem nicht erreicht.“ Die Umsetzung müsse daher rasch in die Gänge kommen.

Wäre eine City-Maut ein Lösungsansatz? Nein, meint der Experte, städtische Mauten habe es im Mittelalter gegeben. Er fordert vielmehr Geld für gute Luft und Klimaschutz und eine gleichzeitige Senkung der Lohnnebenkosten, da Steuererhöhungen der falsche Weg seien: „Von so einer Reform mit weniger Lohnnebenkosten profitieren alle - und unsere Luftqualität und das Klima!“

Weniger Schnee im Norden, viel Hitze im Süden
Denn bereits jetzt mache sich der Klimawandel in der Steiermark bemerkbar: „Auffallend ist, dass sich die Sommertemperaturen in der südlichen Steiermark seit den 1970er-Jahren um drei Grad erhöht haben. Mit jedem Grad mehr nimmt auch die Intensität der Starkniederschläge zu. In der Obersteiermark, in den alpinen Tälern, führt die Klimaerwärmung zu einer Destabilisierung der Berghänge, sprich, zu häufigeren Murenabgängen.“

Vor allem Ältere und Kinder leiden
Die Temperaturveränderung belaste vor allem die Forstwirtschaft, beispielsweise durch mehr Borkenkäferbefall. „Im städtischen Bereich wiederum nimmt die gesundheitliche Belastung für Ältere und Kinder zu. Außerdem vermehren sich durch das warme und feuchte Wetter Schädlinge. Und natürlich sind Wintersportgebiete besonders betroffen.“

 krone.at
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