Das Gesicht einer Elfjährigen auf dem Körper einer Pornodarstellerin - verschickt per WhatsApp: In der Neuen Mittelschule in Kufstein wurde ein Mädchen Opfer einer besonders fiesen Cybermobbing-Attacke. Der Polizei liegt der Fall schon vor, die Schule bemüht sich indes um Deeskalation und Aufklärung.
Christine Weber (richtiger Name der Redaktion bekannt) ist eine elfjährige Schülerin. Sie freut sich auf Weihnachten, der Brief an das Christkind ist schon verschickt. Was das Kind aber in der Schule erleben musste, passt so gar nicht in das Umfeld einer Elfjährigen. Per WhatsApp kursierte eine Fotomontage des Mädchens mit seinem Gesicht auf dem Körper einer Pornodarstellerin in den Reihen der Klassenkameraden einer ersten Klasse.
Vorfall an Staatsanwalt weitergeleitet
Der Vorfall wurde bereits zur Anzeige gebracht und laut Auskunft der Kufsteiner Polizei an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. „Eine Durchschrift geht außerdem an das Jugendamt der BH Kufstein“, erklärt Josef Gschwentner, Kommandant der Polizeiinspektion Kufstein, der solche Fälle sehr ernst nimmt. „Da es sich hier aber um Strafunmündige handelt, kann und will ich nicht mehr dazu sagen“, so der PI-Kommandant. Schüler und Eltern munkeln bereits, wer hinter dem Mobbing stecken könnte, der Verdacht wird aber seitens der Schule derzeit nicht bestätigt.
Schulleiter rechtlich die Hände gebunden
Laut dem Schulleiter der NMS sei es durch interne Erhebungen in der Schule klar, dass ein Schüler lediglich ein Internet-Porträtfoto von Christine verschickt habe. Die pornografische Fotomontage soll dann von jemand anderem angefertigt worden sein. Wer das gemacht hat, wisse man aber nicht, heißt es.
Dem Direktor und auch den übrigen Pädagogen an der Schule sind rechtlich in einem solchen Fall die Hände gebunden. Der Direktor setzt indes auf Deeskalation und überdies auf Aufklärung bei den betroffenen Schülern sowie den äußerst besorgten Eltern.
Hubert Berger, Kronen Zeitung
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